{"id":333,"date":"2017-07-23T12:05:04","date_gmt":"2017-07-23T10:05:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.factgrid.de\/?p=333"},"modified":"2017-07-23T12:05:04","modified_gmt":"2017-07-23T10:05:04","slug":"warten-auf-big-data-zu-vielleicht-ganz-interessanten-auswertungen-fruhneuzeitlicher-journale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/archives\/333","title":{"rendered":"Warten auf Big Data &#8211; \u00dcberlegungen zur Auswertung fr\u00fchneuzeitlicher Journale"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin-left: 50px; font-size: 14px;\">Vom 13. auf den 14. Juli 2017 veranstaltete das Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung (ZfL), Berlin, gemeinsam mit dem Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenb\u00fcttel einen Workshop zum Thema <em>Zeitschriften als Netzwerke. Perspektiven digitaler Erforschung und Darstellung<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/newsletter-leser\/zfl-info-11-2017-workshop-zeitschriften-als-netzwerke-13-14-07-2017.html\">Veranstaltungsseite<\/a>). Das Folgende ist die relativ direkte Ausformulierung meines dortigen Vortrags. Die Internetpr\u00e4sentation ist etwas ausf\u00fchrlicher im Blick auf Leser, die \u00fcber Google hier stranden und r\u00e4tseln k\u00f6nnten. Die Zahlen in den Winkelklammern beziehen sich auf die Folien der <a href=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/2017-07-13-Simons-Journale-2.pptx\">Videopr\u00e4sentation<\/a>, deren Seiten ich immer wieder nur kurz ansprach. Die Ausf\u00fchrungen m\u00fcssten in einer fachgerechteren Publikation mit Zitaten detailliert belegt werden \u2013 die Materie f\u00fcr ein gr\u00f6\u00dferes Buchprojekt. Zum Hintergrund siehe auch meinen Aufsatz \u201eVon der Respublica Literaria zum Literaturstaat? \u00dcberlegungen zur Konstitution des Literarischen\u201c, in: <em>Aufkl\u00e4rung. Interdisziplin\u00e4res Jahrbuch zur Erforschung des 18. Jahrhunderts und seiner Wirkungsgeschichte<\/em>, Bd. 26 (M\u00fcnchen, 2015), S. 291\u2013330.<\/p>\n<p>Das moderne Journal, wie es 1665 in Paris und London in voneinander g\u00e4nzlich unabh\u00e4ngigen Projekten in die ersten Nummern ging, ist in seinen wesentlichen medialen Aspekten ein Versuch, stabile \u00dcberblickspositionen auf dem Buchmarkt einzurichten \u2013 vor allem durch das Versprechen der von nun an kontinuierlichen Arbeit am selben virtuellen Ort. Es reagiert auf die \u00d6ffentlichkeit des gedruckten Buchs in einer langen Kette von vorangegangenen Reaktionen, die allesamt spezifische Probleme l\u00f6sten und jeweils neue bereiteten. Das Journal unterbreitete sein Versprechen zwar unmittelbar erfolgreich, doch warf es binnen weniger Jahrzehnte die viel gr\u00f6\u00dferen Probleme gerade dort auf, wo es einfach nur beobachten und sammeln wollte. Das f\u00fchrte nicht in den Untergang des neuen Mediums, sondern zu immer neuen Journalformaten, zwischen denen im 18. Jahrhundert sukzessive eine komplexe \u00f6ffentliche und wissenschaftliche Problemlage \u00fcberaus produktiv in Einzelprobleme auseinander dividiert wurde. Einige Erw\u00e4gungen zur Ausgangslage:<\/p>\n<h2>1| Warum das gedruckte Buch, anders als die Handschrift, einen Umgang mit der \u201e\u00d6ffentlichkeit\u201c einfordert<\/h2>\n<p>&lt;2&gt;Das gedruckte Buch entwickelte sich binnen eines halben Jahrhunderts zum <em>game changer<\/em> gegen\u00fcber dem handschriftlichen des Mittelalters. Das Neue war nicht, dass es endlich die Massen erreichte und die Aufkl\u00e4rung brachte \u2013 die Hexenverfolgungen enden nicht mit dem gedruckten Buch, sie beginnen mit ihm erst so richtig. Der kommerzielle Buchmarkt ist dabei auch kaum die Errungenschaft der gedruckten Titel \u2013 er bahnte sich bereits mit der Einf\u00fchrung des Papiers als billigem Tr\u00e4germedium an. Zudem stehen die Mengen gedruckter B\u00fccher durchaus erst einmal in gar keinem Verh\u00e4ltnis zum Aufruhr, den sie ab etwa 1500 verursachen. Das Neue am gedruckten Buch ist um 1500 vor allem eine eigenartige Notwendigkeit, es f\u00fcr omnipr\u00e4sent zu erachten. Eng verbunden damit ist die Erkenntnis, dass es ganz anders referenzierbar ist als B\u00fccher in Handschriften. Es ist referenzierbar und dabei in der Lage, in den Wissenschaften die Referenz geradezu zu erzwingen.<\/p>\n<p>&lt;3&gt; Adrian Johns zeichnete in seiner Studie <em>The Nature of the Book: Print and Knowledge in the Making<\/em> (Chicago; London: Univ. of Chicago Press, 1998) ein so korrektes wie verqueres Bild von der Natur des gedruckten Buches. Johns sieht auf die Astronomen der Neuzeit und ihre Klagen \u00fcber die extreme Unzuverl\u00e4ssigkeit des gedruckten Buchs. Nicht zwei Exemplare werden bis in die letzte Tabellenziffer hinein textgleich gedruckt. Drucker arbeiteten sich Bogen um Bogen durch die Manuskripte und korrigierten noch im Druckprozess, ohne dabei auf die Konsistenz der ganzen Auflage zu achten. Ein Teil der Auflage hat am Ende die Korrektur, ein anderer nicht. Die wissenschaftliche Information selbst wurde zudem nicht immer diskret behandelt. Verleger gaben Manuskripte weiter. Raubdrucker brachten unautorisierte Kopien auf den Markt, ohne dass Lesern klar wurde, wie konsistent ihr Exemplar nun war. Die Alternative war f\u00fcr den peniblen Wissenschaftler im Extremfall die eigene Druckerei, in der der er die Kontrolle \u00fcber das Medium gewann.<\/p>\n<p>&lt;4&gt; Die von Johns skizzierten F\u00e4lle erfassen zwar die im 16., 17. und 18. Jahrhundert bestehende Untiefe. Sie entfalten jedoch ihre argumentative Plausibilit\u00e4t gerade unter dem Versprechen, das das gedruckte Buch nach 1500 \u00fcberhaupt erst aufbrachte. Es dauerte dabei \u2013 zwischen 1470 und 1560 \u2013 ann\u00e4hernd ein Jahrhundert, bis klar war, dass das neue Buch dieses Versprechen machen konnte: Der Druck kann, anders als die Handschrift, tats\u00e4chlich Buchstabe um Buchstabe, Seite um Seite gleiche Exemplare von Texten hervorbringen. Das gedruckte Buch ist gewisserma\u00dfen das erste und zudem menschlich erzeugte Objekt, das wie sonst der Mond allen Betrachtern weltweit gleich vorliegt, so als, ob sie im selben Raum beisammen st\u00fcnden und sich \u00fcber ein dasselbe Buch beugten.<\/p>\n<p>Das frappierende am gedruckten Buch ist an dieser heiklen Stelle, dass niemand sagen kann, wer noch alles ein Exemplar vor sich hat. 200 oder 500 Exemplare wurden verkauft und sind danach in Besitz von anderen Kunden, Bibliotheken oder H\u00e4ndlern. Das ist statistisch betrachtet keine relevante Menge, um \u00f6ffentliche Wirkungen zu erzielen. Das Neue an der Lage nach 1500 ist jedoch, dass man nicht mehr ohne Risiko so tun kann, als habe niemand dieses Buch gesehen. Es gen\u00fcgt, dass ein einziger anderer Leser irgendwann auf ein anderes Exemplar dieses Buches verweist, und klar macht, dass man hier abschrieb oder abschreiben h\u00e4tte k\u00f6nnen. Man sollte sich darum umfassend auf die \u201e\u00f6ffentliche\u201c, die \u201ever\u00f6ffentlichte\u201c Information beziehen und zeigen, dass man sie so gut sah wie alle anderen Experten. Das Ergebnis ist ein pl\u00f6tzlicher massiver Druck auf Seiten des Gelehrten, zu erfahren, was soeben publiziert wird und besser von einem selbst wahrgenommen und in der eigenen Arbeit referenziert wird.<\/p>\n<p>&lt;5&gt; Das handschriftliche Buch taugte nicht im entferntesten vergleichbar als Referenzobjekt. Textbez\u00fcge galten in seiner \u00c4ra standardisiert dem \u201eWerk\u201c, seinem Wissen \u2013 keinem bestimmten Exemplar und keinem zuf\u00e4lligen Wortlaut. Autoritative Werke zitierte man mit dem Titel, dem Autor, dem \u201eBuch\u201c als Untereinheit des Werks und dem \u201eKapitel\u201c als wiederum Untereinheit des Buches: \u201eAristoteles, Metaphysik, lib.2, cap.1.\u201c \u2013 so wie man heute noch immer die Bibel zitiert.<\/p>\n<p>Der \u00fcberwiegende Teil der handschriftlichen Buchproduktion war nicht-autoritative , nicht zu zitierende Ware. Dergleichen B\u00fccher hatten keine Titel. Ihre Texte begannen auf der ersten Seite. Wer sich solch ein Buch herstellen lie\u00df, wusste, was er erwarb und ben\u00f6tigte kein Titelblatt zur Orientierung. Praktisch war auch die Er\u00f6ffnung mit einem Inhaltsverzeichnis, das Kapitel einzeln listete, und dabei nicht auf Seitenzahlen verwies, sondern auf die Kapitelnummern (w\u00fcrde doch jede Abschrift nur wieder ganz andere Seitenzahlen aufweisen).<\/p>\n<figure id=\"attachment_361\" aria-describedby=\"caption-attachment-361\" style=\"width: 1176px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1482-Konrad-von-Megenberg-Buchg-der-Natur.jpg\" alt=\"\" width=\"1176\" height=\"906\" class=\"size-full wp-image-361\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1482-Konrad-von-Megenberg-Buchg-der-Natur.jpg 1176w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1482-Konrad-von-Megenberg-Buchg-der-Natur-300x231.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1482-Konrad-von-Megenberg-Buchg-der-Natur-1024x789.jpg 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1482-Konrad-von-Megenberg-Buchg-der-Natur-768x592.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-361\" class=\"wp-caption-text\">Druck ohne Titelbl\u00e4tter &#8211; zwei Mal dasselbe Buch: Konrad von Megenbergs &#8216;Buch der Natur&#8217; Augsburg, 1482. Links die Ausgabe Hans Sch\u00f6nspergers: Wie die Ausgaben zuvor und die Handschriften vor diesen er\u00f6ffnet das Buch ohne ein weiteres Wort mit dem n\u00fctzlichen Register &#8211; der Verleger wei\u00df, welches Buch er sich herstellen lie\u00df; der Kunde wei\u00df, warum er dieses Buch kauft und findet auf der ersten Seite, was er unmittelbar sucht. Rechts die erste Ausgabe des Verlagsnachfolgers Anton Sorg, der offenbar vor dem Dilemma stand, dass er Ware \u00fcbernahm, ohne immer schnell sehen zu k\u00f6nnen, worum es ging und welchen Titel er hier vermarktete. Der Ausweg? Man gibt allen B\u00fcchern Titel.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&lt;6&gt; Zwischen 1480 und 1510 erh\u00e4lt diese graue nichtautoritative Ware ganz wie die bislang autoritative eigene Titel. H\u00e4ndler und Kunden k\u00f6nnen nun gezielt Nachfragen nach beliebigen B\u00fcchern formulieren. Autorit\u00e4ten sind von da an nicht mehr besser zitierbar als neue B\u00fccher; neue B\u00fccher k\u00f6nnen von jetzt an unmittelbar mit ihnen in Konkurrenz treten, es darauf anlegen, zitiert und genannt zu werden. Das hat wenig mit einem Mentalit\u00e4tswandel zu tun \u2013 es wird vom Medium erzwungen, das jeder andere so zitieren k\u00f6nnte, dass Wissenschaftler in ganz Europa sich \u00fcber die Textstelle verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&lt;7&gt; Zwischen 1500 und 1530 werden alle B\u00fccher mit (nicht immer verl\u00e4sslichen und nicht immer vollst\u00e4ndigen) Imprint-Informationen auf neuartigen Titelseiten ausgestattet. Von nun an lassen sich Ausgaben und damit Auflagen zitieren. Die Begriffe \u201eEdition\u201c, \u201ePublikation\u201c tragen der neuen Sicht Rechnung: Eine Edition liegt der \u00d6ffentlichkeit vor, ist \u201eherausgebracht\u201c. Es ist nun m\u00f6glich, dass Gelehrte sich \u00fcber ganz Europa hinweg im Blick auf ihnen kollektiv vorliegende Texte austauschen und diese in Fu\u00dfnoten mit den heute g\u00fcltigen Angaben (Autor, Titel, Verlag, Jahr) referenzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&lt;8&gt; Zwischen 1530 und 1560 erhalten alle B\u00fccher Seitenzahlen. So lange dauerte es, bis klarer war, dass jede Auflage eines Titels jedem Leser auf derselben Seite denselben Text anbot. Die Seitenzahl markiert das Interesse, den Wortlaut buchstabengetreu von der Seite belegen zu k\u00f6nnen. Erst dieses Buch ist so zitierbar, wie es die <em>Acta Eruditorum<\/em> ab den 1680er Jahren ben\u00f6tigen, um ihren eigenen Journalismus an ihm &#8211; etwas mit einem seitenweisen \u201eExcerpt\u201c durchzuf\u00fchren. Die Artikel er\u00f6ffnen mit den Angaben zur Ausgabe, der Artikel im Journal hangelt sich den Seitenzahlen des besprochenen Buchs entlang: <br clear=\"all\"><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_350\" aria-describedby=\"caption-attachment-350\" style=\"width: 485px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1717-Acta-Eruditorum-Exzeptseite.png\" alt=\"\" width=\"485\" height=\"696\" class=\"size-full wp-image-350\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1717-Acta-Eruditorum-Exzeptseite.png 485w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1717-Acta-Eruditorum-Exzeptseite-209x300.png 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-350\" class=\"wp-caption-text\">Eine typische Seite aus den lateinischen Acta Eruditorum von 1717 mit einem typischen Buch-Excerpt<\/figcaption><\/figure><br clear=\"all\"><br \/>\n&lt;9&gt; Mit dem Buch als \u00f6ffentlich Seite um Seite, Buchstabe f\u00fcr Buchstabe gleich vorliegendem Objekt setzen ab den 1480er Jahren neue wissenschaftliche Projekte ein, die gerne mentalit\u00e4ts- und ideengeschichtlich erkl\u00e4rt werden. Das zentrale dieser Projekte ist sicherlich das der kollektiven Rekonstruktion der antiken Textbasis. Die gesamte mittelalterliche Handschriftenproduktion ist von nun an prim\u00e4r eine ungl\u00fcckliche \u00dcber<em>mittlerin<\/em> (so das \u201emedium\u201c in \u201emedium aevum\u201c) der verlorenen antiken Werke. Wenn Editionen aktuelle Textfassungen vorlegen, k\u00f6nnen Gelehrte in ganz Europa kollektiv in Briefen und Publikationen in Austausch \u00fcber die Problemstellen treten und L\u00f6sungen nach besseren lokalen Handschriften einbringen. Laufend \u201eVerbesserte\u201c Editionen sind das Ergebnis wie ein neuartiges Bewusstsein der speziellen \u00d6ffentlichkeit, die hier als kollegiales Gef\u00fcge unter der Pr\u00e4misse agiert, dass jeder die neuesten Editionen zur Kenntnis nimmt. Das Wort von der \u201eRespublica Literaria\u201c tr\u00e4gt dem neuen Bewusstsein ab den 1480er Jahren Rechnung.<\/p>\n<p>&lt;10&gt; Die neuartige Kollektivierung des Austauschs \u00fcber das allen gemeinsam vorliegende Wissen bringt bis heute in immer neuen Wellen mediale Gef\u00fcge hervor, die auf die uns allen vorliegende Wissensbasis reagieren bis hin zur Revolution des Web 2.0 durch Wikipedia, durch die Internetseite, die allen Lesern in der Welt exakt gleich vorliegt und von einem beliebigen Leser vor aller Augen auf den n\u00e4chsten Stand gebracht werden kann, der dann wiederum unmittelbar allen gleich vorliegt.<\/p>\n<p>Die briefliche Kommunikation explodierte im ersten Schritt der Reaktion als Chance, sich in informellen Netzwerken grenz\u00fcberschreitend \u00fcber den \u00f6ffentlichen Informationsstand austauschen zu k\u00f6nnen, ohne dass das immer sogleich \u00f6ffentlich w\u00fcrde. Das ist gleichzeitig der gravierende strukturelle Nachteil der Briefe schreibenden Respublica Literaria: Nicht alle sind in einen Briefaustausch derselben Qualit\u00e4t integriert. Vielen entgeht, was andere als Marktrealit\u00e4t mitbekommen.<\/p>\n<p>&lt;11&gt; In den 1560er Jahren machen die ersten Messkataloge das Angebot, die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber alle soeben auf Messen zu erwerbenden Titel zu informieren \u2013 vollst\u00e4ndig und von nun an kontinuierlich Messe f\u00fcr Messe. Das referenzierbare Buch ist nun die Grundlage der umfassenden Bibliographie und der kollektiven Perspektive auf das Gesamtangebot in seiner Entwicklung.<\/p>\n<p>&lt;12&gt; Mit den 1620er Jahren beginnt der Aufbau der nationalen Akademien. Sie stellen den privaten informellen Kontaktnetzen organisierte hierarchische Gef\u00fcge zur Seite und erlauben, es die Gelehrsamkeit einer ganzen Nation anzuschreiben.<\/p>\n<p>&lt;13&gt; Die ersten beiden Journale \u2013 das Pariser <em>Journal des S\u00e7avans <\/em>und die Londoner <em>Philosophical Transactions <\/em>der Royal Society \u2013 thematisieren am Ende offen ihre Positionen im jetzt bestehenden medialen Gef\u00fcge: Sie sprechen Kunden an, die sich zwischen den pers\u00f6nlichen und informellen Briefnetzwerken und den prestigetr\u00e4chtigen Akademien schlecht aufgehoben f\u00fchlen, und die von den Katalogen und ihrer nichtssagenden Titelf\u00fclle \u00fcberfordert sind. Das <em>Journal des S\u00e7avans <\/em>legt das Muster aller sp\u00e4teren Rezensionsorgane vor: Gegen\u00fcber den Katalogen wird man im Rezensionsorgan monatlich ein bis zwei Dutzend Werke von Qualit\u00e4t ausw\u00e4hlen und diese nicht nur listen, sondern besprechen. Gegen\u00fcber den bisherigen einzelnen Publikationen von Experimenten werden die <em>Philosophical Transactions<\/em> sukzessive Experimente besprechen und kontinuierlich an der Forschungslage arbeiten und diese in der Serie, die sich abonnieren l\u00e4sst, fixieren.<\/p>\n<h2>2| Warum der so weit ausholende Einstieg<\/h2>\n<p>&lt;14&gt; Der komplexe historische Einstieg sollte Horizonte im Blick auf die Verzahnung der medialen Angebote auftun. Das referenzierbare, das \u00f6ffentlich besprechbare Buch, der individuelle Briefaustausch, der seriell publizierte Katalog des gesamten Buchangebots, die koordinierte akademische Wissenserfassung der Akademien l\u00f6sen und schaffen Probleme, und das Journal st\u00f6\u00dft in dieser Gemengelage in eine Problemzone mit neuen L\u00f6sungsangeboten vor. Wer in keinem Kontaktnetz steht und keiner Akademie angeh\u00f6rt, der kann in Zukunft dennoch mit der ganzen Welt \u00f6ffentlich erfahren, was Fachleute soeben diskutieren.<\/p>\n<p>Der Vorsto\u00df, den Gottfried Wilhelm Leibniz 1668\/69 mit seiner Bitte um das Privileg auf das erste deutsche Journal unternimmt, entfaltet sich in diesem medialen Gef\u00fcge. Leibniz res\u00fcmiert hier gegen\u00fcber dem Kaiser in mehreren Briefen, wie die Arbeit des Gelehrten in Anbetracht der Publikationsflut mittlerweile aussieht \u2013 Briefe schreiben, Messkataloge durchforsten und in beiden Bereichen ungl\u00fccklich bleiben \u2013 und empfiehlt das Journal als neue autoritative Instanz, die der ganzen \u00d6ffentlichkeit Bewertungen von B\u00fcchern zug\u00e4nglich macht. Noch scheint es zu bef\u00fcrchten, dass Buchh\u00e4ndler sich aus Sorge um ihre Kataloge gegen ein solches Projekt stellen werden \u2013 tats\u00e4chlich trieben sie wenig sp\u00e4ter die Gr\u00fcndung von Journalen voran, um ihre Produktion besser zu bewerben.<\/p>\n<p>Wichtig wird der Blick auf die mediale Verzahnung, da wir hier heute vergleichbar offen mit der Datenlage umgehen m\u00fcssen. Das ist keine einfache Aufgabe in Anbetracht mittlerweile national finanzierter und in ganz anderer Fachaufteilung organisierter Forschung. Der Nationalkatalog ist ein Projekt des 19. Jahrhunderts, nicht ein Abbild der Perspektiven, die innerhalb der Respublica Literaria vor 1750 bestanden (und in der Scientific Community nach wie vor bestehen).<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_290\" aria-describedby=\"caption-attachment-290\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1665-1666-Journal-de-Scavans-Reviews-300x256.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"256\" class=\"size-medium wp-image-290\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1665-1666-Journal-de-Scavans-Reviews-300x256.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1665-1666-Journal-de-Scavans-Reviews-1024x875.jpg 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1665-1666-Journal-de-Scavans-Reviews-768x656.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1665-1666-Journal-de-Scavans-Reviews-1536x1312.jpg 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1665-1666-Journal-de-Scavans-Reviews-2048x1750.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-290\" class=\"wp-caption-text\">Die Rezensionsausgriffe des <em>Journal des S\u00e7avans<\/em> in seinem ersten Jahr<\/figcaption><\/figure> &lt;15&gt; Fr\u00fchneuzeitliche Journale \u2013 der Blick auf gleich den ersten Jahrgang des <em>Journal des S\u00e7avans<\/em> zeigt das \u2013 verfolgten Europas Buchmarkt. Man br\u00e4uchte Animationen, um sichtbar zu machen, wie sich dabei Perspektiven Jahr und Jahr \u00e4nderten.<br \/>\n<br clear=\"all\" \/><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_291\" aria-describedby=\"caption-attachment-291\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-12-Memoirs-of-Literature-Rezensionen-300x256.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"256\" class=\"size-medium wp-image-291\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-12-Memoirs-of-Literature-Rezensionen-300x256.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-12-Memoirs-of-Literature-Rezensionen-1024x875.jpg 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-12-Memoirs-of-Literature-Rezensionen-768x656.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-12-Memoirs-of-Literature-Rezensionen-1536x1312.jpg 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-12-Memoirs-of-Literature-Rezensionen-2048x1750.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-291\" class=\"wp-caption-text\">Die Rezensionsausgriffe der Memoirs of Literature 1710-1712<\/figcaption><\/figure>&lt;16&gt; Die Muster unterscheiden sich von Journal zu Journal: Hier die Blicke, die Michel de la Roches <em>Memoirs of Literature<\/em> im fr\u00fchen 18. Jahrhundert auf kontinentale Wissenschaft f\u00fcr Leser in Gro\u00dfbritannien werfen.<\/p>\n<p>&lt;17&gt;Der Zugriff des einzelnen Journals auf den Buchmarkt ist dabei nur die eine Seite der Medaille. Journale selbst werden rezipiert. Michel de La Roche ist im Verlauf nur bedingt zufrieden mit dem Interesse, das er f\u00fcr sein Thema, kontinentale Literatur, in London erwecken kann. Das gr\u00f6\u00dfere Interesse besteht, wie er als Exilfranzose ermessen kann, auf dem Kontinent an englischer Literatur. Das Nachfolgeprojekt erscheint darum in Den Haag, nun mit einem strikten Fokus auf die britische auf dem Kontinent unbekannte Produktion. Man w\u00fcrde von hier aus gerne wissen, welche Rezensenten sich bei der Wahl englischer zu besprechender B\u00fccher an der <em>Biblioth\u00e8que Angloise, ou Histoire litt\u00e9raire de la Grande Bretagne<\/em> ausrichteten.<\/p>\n<p>&lt;18&gt; Solange uns die Bewegung in den gr\u00f6\u00dferen Datengef\u00fcgen verwehrt ist, lassen Fallstudien die Desiderate aufscheinen:<\/p>\n<p>In den sp\u00e4ten 1680er Jahren erhob Caspar Neumann in Breslau die Daten f\u00fcr Sterbef\u00e4lle der Stadt \u2013 eine interessante Erhebung, da hier erstmals eine in sich konsistente Datenlage genutzt wurde: die einer Stadt ohne offenes Gr\u00f6\u00dfenwachstum und massivere Fluktuation. In Breslau lebten 35.000 Menschen, so die Berechnung, die Edmond Halley 1692\/93 in Londons <em>Philosophical Transactions of the Royal Society <\/em>vorlegt (<a href=\"http:\/\/www.pierre-marteau.com\/editions\/1693-mortality.html\">http:\/\/www.pierre-marteau.com\/editions\/1693-mortality.html<\/a>). Neumann hatte seine Zahlen Leibnitz brieflich zugesandt. Der hatte sie dem Sekret\u00e4r der Royal Society \u00fcbermittelt, von dem aus sie an Halley gingen, der in zwei Nummern der <em>Philosophical Transactions<\/em> 1692\/93 die Auswertungen durchf\u00fchrte \u2013 die ersten Auswertungen, die die Lebenserwartung f\u00fcr jedes Alter notierten. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag aufgrund der hohen Kindersterblichkeit bei nur 17 Jahren, so der selbst Halley \u00fcberraschende Befund. Im Journal ver\u00f6ffentlicht konnten an Versicherungen Interessierte in ganz Europa wenig sp\u00e4ter die Berechnungen lesen &#8211; so die Optimierung des Informationsflusses im medialen Zusammenspiel.<\/p>\n<h2>3| Das Journal \u2013 ein neues Medium<\/h2>\n<p>&lt;20&gt; Verantwortungslosigkeit bestimmte das Buch auf breiter Fl\u00e4che. Das Journal sollte dagegen den Schritt in ganz neue Gef\u00fcge von Verantwortung tun und zu dem gro\u00dfen Medium gesellschaftlicher Verantwortung in den gro\u00dfen Reformdebatten der \u00d6ffentlichkeit des 18. Jahrhunderts werden.<\/p>\n<p>B\u00fccher lie\u00dfen sich bequem ohne Namen der Autoren und selbst ohne Verlagsangaben publizieren. Auf beh\u00f6rdliche Nachfrage konnte der Verleger immer behaupten, jemand habe das namenlose Manuskript vorbeigebracht und dabei ein normales Bogenhonorar erhalten (oder gar auf ein solches verzichtet); das Buch lag nun anonym vor, der Weg zur\u00fcck zum Autor war abgeschnitten. Das Copyright sollte auf dem Weg ins 20. Jahrhundert schrittweise diesen Freiraum beschneiden. Es bindet heute Autoren langfristig an ihre Werke und macht ihnen diese Bindung finanziell schmackhaft. Bankverbindungen weisen am Ende vom Verlag auf den Autor. Brisante Publikationen wurden vor 1800 nicht nur ohne Autorangabe ver\u00f6ffentlicht, sondern regelm\u00e4\u00dfig zudem unter fiktiven Imprints wie dem Pierre Marteaus. Verleger, die dergleichen B\u00fccher verkauften, beteuerten vor Beh\u00f6rden, die Exemplare auf Messen von unbekannten Kollegen im Tausch erstanden zu haben.<\/p>\n<p>&lt;21&gt;Dem Journal sind derartige Auswege aus der Verantwortung verwehrt. Wenn ein Medium das Abonnement verspricht, muss es auf der einen Seite eine gesicherte Verbindung zwischen Verleger und Endkunden herstellen und auf der anderen Seite eine ebenso stabile zwischen dem Verleger und dem Journalherausgeber aufweisen.<\/p>\n<p>&lt;22&gt; Aus dem Problem macht das Journal unmittelbar eine Tugend. Weitgehend alle Journale bauen Feedback-Kan\u00e4le auf. Leser k\u00f6nnen die Autoren \u00fcber den jeweiligen Buchh\u00e4ndler kontaktieren. Man bittet im selben Moment um Kritik und um Inhalte, die das Journal abdrucken kann.<\/p>\n<p>Es gibt jedoch neue Wege, um aus der Misere der Verantwortung wieder halbwegs herauszukommen: Journale produzieren in der Regel nicht den brisanten Inhalt, sie <em>besprechen<\/em> ihn nur, wenn sie sich auf allgemein bekannte Zeitungsnachrichten oder auf allgemein kursierende B\u00fccher beziehen. Sie <em>exzerpieren, rezensieren, kommentieren<\/em>\u2026 so die zahllosen die Eigenverantwortung zur\u00fcckstellenden Positionierungen gegen\u00fcber der prim\u00e4ren Materie. Journale setzen fort, was der Briefaustausch, der Messkatalog und die Akademie bereits tun: Sie sind \u00fcberwiegend Akteure auf einer Metaebene. Mit ihnen beginnt die \u00c4ra der \u201eSekund\u00e4r-Literatur\u201c.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_303\" aria-describedby=\"caption-attachment-303\" style=\"width: 167px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Athenian_Mercury_Feb_28_1693-167x300.jpg\" alt=\"\" width=\"167\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-303\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Athenian_Mercury_Feb_28_1693-167x300.jpg 167w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Athenian_Mercury_Feb_28_1693.jpg 428w\" sizes=\"auto, (max-width: 167px) 100vw, 167px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-303\" class=\"wp-caption-text\">Das erste Journal, das sich aus Leserbriefen  und Antworten auf sie speist: John Duntons Athenian Mercury<\/figcaption><\/figure>&lt;23&gt; Eigene Journaltypen entstehen in der neuen Verantwortungssituation wie das <em>Athenian Mercury,<\/em> dessen Herausgeber das Publikum auffordern, \u00fcber das Kaffeehaus als Distributionsorgan ihnen Fragen zukommen zu lassen, die man in den n\u00e4chsten Nummern beantworten wird.<\/p>\n<p>&lt;24&gt; Journale eignen sich dank ihrer Kontinuit\u00e4t zur Unterst\u00fctzung wie zum Aufbau von realen wie vollkommen virtuellen Institutionen. Komplexe Rollengef\u00fcge entfalten sich dabei mit den Positionen Herausgeber, Mitherausgeber, (ungenannte) Autoren, zuf\u00e4llige Beitr\u00e4ger (die Nachrichten einsandten), Leser, deren Briefen sich zitieren lassen.<\/p>\n<p>&lt;25&gt; Wissenschaftliche Akademien geben in der Folge Journale heraus.<\/p>\n<p>&lt;26&gt; Journale erlauben es im selben Moment Einzelnen, ganz wie \u00f6ffentliche Institutionen zu agieren und zu \u00f6ffentlichen Institutionen zu werden. Sie sind in der n\u00e4chsten Nummer wieder da und werden berichten \u00fcber das, was sie in der Zwischenzeit wahrnahmen.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_305\" aria-describedby=\"caption-attachment-305\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Gundlingiana-1-Titel-300x246.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"246\" class=\"size-medium wp-image-305\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Gundlingiana-1-Titel-300x246.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Gundlingiana-1-Titel-1024x839.jpg 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Gundlingiana-1-Titel-768x629.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Gundlingiana-1-Titel-1536x1258.jpg 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Gundlingiana-1-Titel-2048x1677.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-305\" class=\"wp-caption-text\">Das Journal der eigenen Meinungen: Gundling Gundlingiana 1715<\/figcaption><\/figure>&lt;27&gt; Die ab 1715 erscheinenden <em>Gundlingiana<\/em> \u2013 das Journal der fortgesetzt erscheinenden Meinungen Nicolaus Hieronymus Gundlings, stehen exemplarisch f\u00fcr diese Option.<\/p>\n<p>&lt;28&gt; Leserkritik, die Antwort auf Leseranfragen, die Chance auf Seiten des Lesers, mittels eingereichter Beitr\u00e4ge vom Rezipienten zum Journalisten zu werden, die Interaktion des Journals mit der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Preisfragen sind neue Interaktionsformen.<\/p>\n<p>&lt;29&gt; Journale entfalten sich durch ihr Angebot der fortgesetzten Sicht fast von selbst als Reflexionsorgane. Das pr\u00e4destiniert das Journal f\u00fcr die politische Berichterstattung, genauso wie als Medium, das sukzessive \u00fcber Experimente und deren Ergebnisse berichtet, wie eben f\u00fcr das Rezensionsorgan, das eine Perspektive auf Entwicklungen des Buchmarkts und der Wissenschaften entwickelt.<\/p>\n<p>&lt;30&gt; Als blo\u00dfen Vermittler sollte man das Journal mit all diesen Angeboten nicht einstufen. Es ver\u00e4ndert die Realit\u00e4t, indem es ihr selektive Plattformen verschafft; es ist eine Werbeplattform, die Produkte und Debatten an Kunden bringt; es ver\u00e4ndert den Markt, den es beobachtet.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_302\" aria-describedby=\"caption-attachment-302\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.10-300x278.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"278\" class=\"size-medium wp-image-302\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.10-300x278.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.10-1024x948.jpg 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.10-768x711.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.10-1536x1423.jpg 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.10-2048x1897.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-302\" class=\"wp-caption-text\">Journalisten beschreiben nicht den Markt, sie machen Vorgaben, was Autoren zu schreiben haben, um rezensiert zu werden<\/figcaption><\/figure>&lt;31&gt; 1715 reflektiert das Christian Gottfried Hoffmann mit dem Frontispiz zur zehnten Nummer seiner <em>Aufrichtigen und Unpartheyische Gedancken \u00fcber die wichtigsten Materien, welche in denen Journalen, Extracten und Monaths-Schrifften vorgetragen werden<\/em>. Man sieht hier im oberen Bild den Vogelfreund, der seinem Tier die Fl\u00f6tent\u00f6ne beibringt, w\u00e4hrend im Bild darunter die Journalisten dem Gelehrten im K\u00e4fig weisen, wie er B\u00fccher zu verfassen hat, auf dass sie diese positiv besprechen werden.<\/p>\n<h2>4| Eine kurze Geschichte des Journals, Phase 1: Aufstieg 1670 \u2013 1710<\/h2>\n<p>&lt;32&gt; Sehr schnell entfalteten sich die wesentlichen Typen des fr\u00fchmodernen Journals mit seinen<\/p>\n<ul>\n<li>&lt;33&gt; bahnbrechenden naturwissenschaftlichen Journalen \u2013 sie stehen f\u00fcr die Macht des neuen Mediums, ganze Wissenschaftszweige generieren zu k\u00f6nnen,<\/li>\n<li>&lt;34&gt; Rezensionsorganen, die gegen\u00fcber den Katalogen die selektive und bewertende Berichterstattung \u00fcber Titel versprechen,<\/li>\n<li>&lt;35&gt; politischen Journalen,<\/li>\n<li>&lt;36&gt; popul\u00e4ren belletristischen Journalen und<\/li>\n<li>&lt;37&gt; hochgradig pers\u00f6nlichen Journalen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>5| Phase 2: Krise 1710 \u2013 1730<\/h2>\n<p>&lt;38&gt; Von der Literaturwissenschaft geleitet richtete sich die Forschung lange auf London und den Aufstieg der \u201emoralischen Wochenschriften\u201c aus, die hier ab 1709 erschienen und auf dem Kontinent eine Welle von Imitaten bis an das Ende des Jahrhunderts fanden. Hier sei die Literatur endlich zum Thema geworden \u2013 das ist irrig. So beeindruckend die moralischen Wochenschriften auch als neue stark fiktionalisierte Diskussionsplattformen waren, das Wort \u201eLiteratur\u201c spielt in ihnen keine Rolle \u2013 es ist wesentlich eher die Dom\u00e4ne des deutschen Marktes und dabei der Rezensionsorgane, die sich auf das <em>Journal des S\u00e7avans<\/em> zur\u00fcckf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Die Bl\u00fcte der Literaturdebatte \u2013 nominell bis dahin die Debatte der Wissenschaften \u2013 liegt im fr\u00fchen 18. Jahrhundert in Deutschland und wurde unmittelbar als Krise diskutierbar, als Krise des Buchmarkts und der Wissenschaften. Deutsche Bibliographien kamen schon 1716 und 1718 nicht mehr mit der Erfassung der Titel. Die Universit\u00e4tsst\u00e4dte Leipzig, Jena und Halle gaben den Ton an.<\/p>\n<p>Die Krise des Journals und der Wissenschaften, die sich auf diesem Markt zwischen 1710 und 1730 artikuliert, birgt spektakul\u00e4re Titel wie Johann Burkhart Menckes <em>Charlataneria Eruditorum<\/em> und, strukturell weit interessanter, Christian Gottfried Hoffmanns Aufrichtige und <em>Unpartheyische Gedancken \u00fcber die wichtigsten Materien, welche in denen Journalen, Extracten und Monaths-Schrifften vorgetragen werden<\/em> (1714\u20131717).<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_299\" aria-describedby=\"caption-attachment-299\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.1-300x251.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"251\" class=\"size-medium wp-image-299\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.1-300x251.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.1-1024x856.jpg 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.1-768x642.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.1-1536x1284.jpg 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.1-2048x1712.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-299\" class=\"wp-caption-text\">Wie Journale Schwarm-Verhalten erzeugen (hierzu eingehend die Vorrede der ersten Nummer) 1714<\/figcaption><\/figure>&lt;39&gt; Journale erzeugen ein prek\u00e4res Schwarmverhalten, sie formieren Moden, so Hoffmann in seiner ersten Nummer 1714: Die Journalisten orientieren sich an Einzelnen, die Meinungen ausposaunen, sie nehmen kollektiv auf diese Meinungen Kurs, die Gelehrten trotten ihnen hinterher und bereiten den Ruhm.<\/p>\n<p>Im Stich darunter sieht man den Diener, der eine Per\u00fccke aussch\u00fcttelt, Rosenduftpuder rieselt heraus. Aus dem gelehrten Buch purzeln im selben Moment die Rezensionen und \u201eExtrakte\u201c (Auskopplungen interessanter Passagen in Journalen).<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_300\" aria-describedby=\"caption-attachment-300\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.3-300x220.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"220\" class=\"size-medium wp-image-300\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.3-300x220.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.3-1024x751.jpg 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.3-768x563.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.3-1536x1126.jpg 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.3-2048x1502.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-300\" class=\"wp-caption-text\">Der wissenschaftliche Leser will betrogen sein, darum wird er betrogen von Leuten ohne eigene Wissenschaft<\/figcaption><\/figure>&lt;40&gt; Die Gelehrsamkeit der Journale ist eher Betrug am Kunden. Auf dem Kupfer oben sieht man die Journalisten unter ihren Masken beim Gelehrten, an der Brille kenntlich, vorsprechen. \u201eDie Welt will betrogen sein, also wird sie betrogen\u201c, so die Spruchb\u00e4nder. Auf dem unteren Bild sieht man den Journalisten bei der Arbeit. Merkur versorgt ihn zur linken mit neuen Nachrichten (aus den Journalen Europas). Er ordnet sie nach St\u00e4dten und l\u00e4sst sie im eigenen Journal geb\u00fcndelt von der Fama als seine Sicht ausposaunen. <br clear=\"all\" \/><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_301\" aria-describedby=\"caption-attachment-301\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.7-300x253.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"253\" class=\"size-medium wp-image-301\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.7-300x253.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.7-1024x863.jpg 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.7-768x647.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.7-1536x1294.jpg 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.7-2048x1725.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-301\" class=\"wp-caption-text\">Journalisten liefern die Wissenschaften dem Publikum auf dem Markt aus und machen sie dabei zum billigen Theater<\/figcaption><\/figure>&lt;41&gt; Journale unterwerfen das Wissen einem Markt, auf dem es vor allem um die Haltungen geht, die das Publikum gegen\u00fcber angeblichem Wissen einnehmen kann. Im satirischen Kupfer bietet die reisende Schauspielertruppe die typische Kom\u00f6die der Zeit mit ihrer Mischung aus einer Darbietung f\u00fcr die, die alles glauben wollen, und Seitenhandlungen f\u00fcr die, die sich aussuchen, was sie glauben wollen, wie die, die nichts von alledem glauben wollen, was sie sich da ansehen.<\/p>\n<h2>6| Phase 3: Reformen 1715 \u2013 bis heute<\/h2>\n<p>&lt;42&gt; Die Reform des Journalmarktes ist kein abgeschlossenes Projekt. Die Problemzone ist dauerhaft und sie wird gerade durch die einfachen Probleml\u00f6sungen gravierender: Noch mehr Journale, die sich vornehmen, ihrem Gegenstand der Beobachtung unvoreingenommen und vollkommen \u201eunpartheyisch\u201c gegen\u00fcber zutreten, schaffen nur noch mehr Meinungsstreit.<\/p>\n<p>&lt;43&gt; Der erste gro\u00dfe L\u00f6sungsschub zeichnete sich mit Christian Gottfried Hoffmanns <em>Aufrichtigen und Unpartheyische Gedancken <\/em>1714 bereits ab: der Aufbau von Metajournalen, die \u00dcberblick \u00fcber die nun nicht mehr zu \u00fcberblickende Flut der Journale und Rezensionen schaffen. Hoffmanns Journal war, was dies anbelangt, ein Fehlschlag. Das Journal, das monatlich sich einige Journale vornimmt, um sie \u201eunpartheyisch\u201c zu (re-)zensieren, ist seinerzeit am ehesten ein Brandbeschleuniger.<\/p>\n<p>Die interessanteste Innovation sollte 1715 mit den ersten \u201egelehrten Zeitungen\u201c in Deutschland und in den Niederlanden gleichzeitig in den Handel kommen. Mehrfach pro Woche erhielten deren Leser ein Blatt, das wie die regul\u00e4ren Zeitungen informierte. Seine Macher zogen aus den eintreffenden dicken Monatsbl\u00e4ttern die Meinungen \u00fcber wichtigste Titel zusammen und sortierten die Nachrichten nach den St\u00e4dten, an denen die besprochenen B\u00fccher herauskamen. Das neue Ziel war nicht die unparteiische Rezension, sondern der Bericht \u00fcber die verschiedenen Positionen, die mit Verweisen auf die einzelnen ausgewerteten Journale referiert werden.<\/p>\n<p>Den Haags <em>Nouvelles litt\u00e9raires contenant ce qui se passe de plus consid\u00e9rable dans la r\u00e9publique des lettres<\/em> und die Leipziger <em>Neuen Zeitungen von gelehrten Sachen<\/em>, wiesen einen neuen Berichtston bei ihren \u00dcberblicken auf, eine neuartige Distanz gegen\u00fcber den Meinungen. W\u00e4hrend die gro\u00dfen Monatsbl\u00e4tter in den Buchmarkt eingriffen, griffen die neuen Metajournale in den Journalmarkt ein, indem sie dokumentierten, welche Bl\u00e4tter die Kontroversen steuerten und welche eher am Rande an Kontroversen teilnahmen.<\/p>\n<p>&lt;44&gt; Die n\u00e4chste Neuerung, die von den 1730er Jahren aus Nachhall bis weit in unsere Zeit haben sollte, wurde das \u201eMagazin\u201c, das sich in London gerade gegen\u00fcber der hier dominanten Tagesberichterstattung formierte. Im Erscheinungsrhythmus gehen die &#8211; englischen &#8211; Magazine wieder auf die l\u00e4ngere Distanz. In der Materie heben sie vor allem die Spezialisierung auf: Magazine verf\u00fcgen \u00fcber Sektionen f\u00fcr unterschiedliche Lesegeschm\u00e4cker. Statt sie kurz zu res\u00fcmieren, drucken die englischen Magazine Artikel komplett aus anderen Zeitschriften ab, was insbesondere den moralischen Wochenschriften mit ihren launig fiktionalisierten Sprechern einen ganz neuen Rahmen gibt, in dem sie ihre Sonderlichkeit nicht mehr aufweisen. Mit dem Schritt in die Magazine wird die pers\u00f6nliche journalistische Stimme endg\u00fcltig legitimiert.<\/p>\n<p>&lt;45&gt; Der gro\u00dfe Reformschritt des mittleren 18. Jahrhunderts wurden die Rezensionsorgane, die sich \u2013 wieder \u2013 vornahmen, \u00fcber das gesamte Jahr hinweg die Buchproduktion in ihrer Breite zu rezensieren. Die Londoner <em>Monthly Review<\/em> setzt hier im Verlauf das Modell, das auf Europa wirkt. Die <em>Allgemeine deutsche Bibliothek <\/em>wird als das deutsche Flaggschiff dieses Projekt aufnehmen. Neu ist an diesen wieder integrativen Rezensionsorganen der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts, dass sie zwar den gesamten Buchmarkt anvisieren, doch dabei gezielt die nationale Sicht suchen. Die Erfahrung hier hinter ist, dass ausl\u00e4ndische Autoren und Verleger auf eine Rezension auf einem ausw\u00e4rtigen Buchmarkt kaum reagieren. Ein englisches Rezensionsorgan kann allenfalls mit dem britischen Markt in Austausch treten, ein deutsches am besten mit dem deutschen. Neu ist an ihnen im selben Moment, dass sie thematisch gegliederte \u00dcberblicke suchen \u2013 das akzentuiert ihren Anspruch darauf mit dem Markt zu interagieren, denn der Markt existiert nicht l\u00e4nger als solcher, sondern in Angebotssektionen, die einzeln zur Schau gestellt werden m\u00fcssen, sollen sie sich angeregt f\u00fchlen, hier in Zukunft besser als im Moment zu erscheinen.<\/p>\n<p>Die einzelnen Wissenschaften stellen ihre Monatsbl\u00e4tter darum nicht ein, auch ger\u00e4t hier keine der wissenschaftlichen Zeitungen mit europ\u00e4ischer Perspektive an ihren Endpunkt \u2013 man braucht beide Journaltypen als Gelehrter nach wie vor, um zu erfassen, was wo in Europa Wissensstand wird. Es entstehen stattdessen jeweils zus\u00e4tzliche neue mediale Formate auf der Suche nach einflussreicheren Optionen; und die Chance, einen nationalen Buchmarkt in seiner ganzen Breite beeinflussen zu k\u00f6nnen, wird das gro\u00dfe Versprechen des Jahrhunderts zwischen 1750 und 1850.<\/p>\n<h2>7| Eine neue Debattenlandschaft<\/h2>\n<p>&lt;46&gt; Im R\u00fcckblick trennen uns massive Marktreformen \u2013 Reformen der Sitten im \u00f6ffentlichen Austausch \u2013 vom fr\u00fchen 18. Jahrhundert. Das wird augenf\u00e4llig, wenn wir die drei zentralen Begriffe sehen, die auf dem H\u00f6hepunkt der Krise des Journals 1710-1730 in deren Kernland, Deutschland, einander noch \u00fcberlappen: Man bef\u00fcrchtet 1715, dass der \u201eJournalismus\u201c mit seiner Form der \u201eLiteratur\u201c-Debatte die \u201eWissenschaften\u201c ruiniert.<\/p>\n<figure id=\"attachment_289\" aria-describedby=\"caption-attachment-289\" style=\"width: 857px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Literatur-Wissenschaften-Journalismus.png\" alt=\"\" width=\"857\" height=\"505\" class=\"size-full wp-image-289\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Literatur-Wissenschaften-Journalismus.png 857w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Literatur-Wissenschaften-Journalismus-300x177.png 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Literatur-Wissenschaften-Journalismus-768x453.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-289\" class=\"wp-caption-text\">Die heute getrennten Bereiche des Journalismus, der Literaturdebatte und der Wissenschaften<\/figcaption><\/figure>\n<p>&lt;47&gt; Die Begriffe \u201eWissenschaft\u201c, \u201eJournalismus\u201c und \u201eLiteratur\u201c lassen sich heute nicht mehr so, wie das 1715 noch angemessen erschien, \u00fcbereinbringen, und das hat Dimensionen der Sprengung eines zunehmend brisanten Gef\u00fcges.<\/p>\n<p>Aus dem \u201eJournalisten\u201c wird auf dem Weg ins 20. Jahrhundert ein eigener Beruf, der sich weder an die Wissenschaften noch auch nur an das Journal koppelt. Was Wissenschaftler als Journalisten 1715 zum Problem machte, wird nun gerade gesucht: Der kommentierende Meinungstr\u00e4ger, der anbietet, die Meinungsf\u00fchrerschaft zu \u00fcbernehmen, ist als Wissenschaftler problematisch \u2013 nicht aber als professionelle Stimme in einem viel gr\u00f6\u00dferen Journalismus.<\/p>\n<p>&lt;48&gt; Dasselbe passiert mit der Literaturdebatte: Auch sie macht aus ihrer Problemzone ihr neues Angebot. Ihr Problem schien ihre zunehmende Unwissenschaftlichkeit des Diskurses \u2013 die wachsende Ausrichtung auf die breite Leserschaft, die Dominanz wissenschaftsferner Literaturkritiker. Aus der Misere wird im 18. Jahrhundert die zentrale Tugend. In der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts wendet sich die Literaturdebatte zunehmend ungeniert gerade den gef\u00fcrchteten fiktionalen B\u00fcchern zu, der so oft von ihr beklagten miserablen proliferierenden Poesie \u2013 wenn auch mit Forderungen an neue, nun als \u201eLiteratur\u201c besprechbare Romane, Dramen und Gedichte.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wissenschaften scheint das anfangs unakzeptabel: Sie lassen ihre eigene Debatte darnierdergehen; sie lassen zu, dass gerade die niedere Schreibweise der Poeten und Romanautoren die neue \u201eliterarische\u201c Schreibweise wird. Die Entwicklung ist jedoch f\u00fcr die Wissenschaften profitabel. Ihre Prosa wird jetzt gezielt unliterarisch \u2013 n\u00fcchtern, unpers\u00f6nlich, bestrebt, alles Subjektive loszuwerden \u2013 und das geschieht nicht in einer weiteren Verdammung der Schreibweise der Dichter, sondern in deren pl\u00f6tzlicher kollektiver Aufwertung. Die literarische, die subjektive Sprache ist die Sprache h\u00f6chster Kultur, so die Einhegung und Kontrolle durch Debatten, um die sich eine eigene Wissenschaft, die Literaturwissenschaft zu k\u00fcmmern beginnt.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_287\" aria-describedby=\"caption-attachment-287\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/res-publica-literaria-300x225.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-287\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/res-publica-literaria-300x225.png 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/res-publica-literaria-1024x768.png 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/res-publica-literaria-768x576.png 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/res-publica-literaria-1536x1152.png 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/res-publica-literaria.png 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-287\" class=\"wp-caption-text\">Die Literaturdebatte der Respublica Literaria<\/figcaption><\/figure><figure id=\"attachment_288\" aria-describedby=\"caption-attachment-288\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Literarisches_Leben_2009-09-07-300x240.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"240\" class=\"size-medium wp-image-288\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Literarisches_Leben_2009-09-07-300x240.jpg 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Literarisches_Leben_2009-09-07-768x614.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Literarisches_Leben_2009-09-07.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-288\" class=\"wp-caption-text\">Literarisches Leben heute<\/figcaption><\/figure><br \/>\nMan kann hier einen Strukturwandel ausmachen: War die alte Literaturdebatte egalit\u00e4r eine Debatte von Wissenschaftlern \u00fcber die Wissenschaften f\u00fcr Wissenschaftler in ganz Europa, so ist die neue Literaturdebatte ein Projekt der modernen Industriegesellschaft mit staatlichen Bildungssystemen, breit aufgestellter Medienlandschaft und einem ungesteuertem Markt, gegen\u00fcber dem die Nation sich mit ihren eigenen Interessen zu behaupten versucht. Die Wissenschaften haben die Literaturdebatte nicht verloren \u2013 sie betreuen sie nun zentral, indem sie die Lehrer f\u00fcr die staatlichen Schulsysteme ausbilden, die nun tats\u00e4chlich alle Sch\u00fcler der Nation an deren Literatur heranf\u00fchren, und indem sie die Expertise behaupten, an der sich Literaturkritiker in den Medien und Autoren messen m\u00fcssen. Der neue literarische Austausch lebt von einer das ungenierte kritische Urteil befreienden Arbeitsteilung: Dichter produzieren die Literatur, die Medienlandschaft vermarktet sie, w\u00e4hrend Experten sie nun vermitteln und erkl\u00e4ren m\u00fcssen in einem System, in dem der Staat Bildung und Kultur und dabei gerade das Fiktionale, f\u00f6rdert. Das Subjekt wird im neuen Austausch isoliert und relativiert: das Subjekt des Lesers, dessen Orientierungslosigkeit der neue Problemfall ist, wie das des Autors, der von sich aus nicht mehr zu Gen\u00fcge verstanden wird, interpretiert sein will, vermittelt werden muss (wenn er nicht abseits der gro\u00dfen Literatur Trivialliteratur produzieren will).<\/p>\n<p>Produktivit\u00e4t wird im Verlauf dieses Strukturwandels entscheidend. Die neue Problemstellung ist nicht mehr, dass allzu viele junge Menschen Romane lesen und sich zu Herzen nehmen. Die neue Problemstellung ist, dass immer weniger Menschen sich an Literatur im neuen Sinne heranwagen, und dass sie dabei Romanen, Dramen und Gedichten gar nicht genug Bedeutung abgewinnen. Die Literaturkritik und die Literaturwissenschaft arbeiten im n\u00e4mlichen Produktionsdruck, nun da die L\u00e4nge der Publikationsliste und dabei gerade die Zahl der in Journalen ver\u00f6ffentlichten Artikel und, wichtiger noch, die Debatten, die man ausl\u00f6ste und beeinflusste, \u00fcber die berufliche Karriere entscheiden. <\/p>\n<p>&lt;49&gt; Man kann die Entwicklung dessen, was heute im kompletten Traditionsbruch \u201eLiteratur\u201c ist, in modernen Literaturgeschichten nachlesen: Im fr\u00fchen 18. Jahrhundert waren sie Wissenschaftsgeschichten. Im 19. Jahrhundert muss das Wort neu definiert werden, und die dazu passende Literatur zusammengef\u00fcgt werden. Die neuen Geschichten zeigen, dass dieser Gegenstand aus Dramen, Romanen und Gedichten gebildet in Deutschland erst seit etwa 1730 kontinuierlich debattiert und f\u00fcr die Debatte produziert wird. Die \u00e4ltere Literatur steht dem in isolierten hinzuerfundenen Bl\u00f6cken gegen\u00fcber.<br \/>\n<figure id=\"attachment_286\" aria-describedby=\"caption-attachment-286\" style=\"width: 2325px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1980-Frenzel-Daten-deutscher-Dichtung-visualisiert.png\" alt=\"\" width=\"2325\" height=\"1041\" class=\"size-full wp-image-286\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1980-Frenzel-Daten-deutscher-Dichtung-visualisiert.png 2325w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1980-Frenzel-Daten-deutscher-Dichtung-visualisiert-300x134.png 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1980-Frenzel-Daten-deutscher-Dichtung-visualisiert-1024x458.png 1024w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1980-Frenzel-Daten-deutscher-Dichtung-visualisiert-768x344.png 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1980-Frenzel-Daten-deutscher-Dichtung-visualisiert-1536x688.png 1536w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1980-Frenzel-Daten-deutscher-Dichtung-visualisiert-2048x917.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-286\" class=\"wp-caption-text\">Werke, die in Frenzels Daten deutscher Dichtung eingeordnet werden, chronologisch<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>&lt;50&gt; Die Wissenschaften distanzierten sich zwischen 1730 und 1800 sowohl von den Journalisten wie von der Literaturdebatte; das gibt ihnen interessante Wachstumspotentiale: Sie differenzieren sich ab 1740 neu, nun, nachdem die Literaturdebatte sie nicht mehr mit ihrem Fokus auf die Geschichte der Literatur (bis hierhin: allen Wissens) behelligt. Aus dem alten Gef\u00fcge von Theologie, Jurisprudenz und Philosophie kann sich nun das neue von Natur-, Geistes und Sozialwissenschaften entfalten, das die literarische Sprache den Romanautoren zu deren weiterer Verformung \u00fcberl\u00e4sst und Journalisten nur noch als Zaung\u00e4ste zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Als das zentrale produktive Moment der Entwicklung wird man einen <em>Theoretical Turn<\/em> ansprechen m\u00fcssen, der zwischen 1740 und 1790 die Wissenschaften emanzipiert. Als sie dreihundert Jahre zuvor mit dem \u201eMittelalter\u201c brachen, setzten sie auf die Befreiung des Individuums, das seine eigene Forschermeinung gegen alle scholastischen Vorgaben stellen sollte. \u201eJudicium\u201c und \u201eErudition\u201c sollten dabei die Forschermeinungen von denen der Laien absetzen, und beides musste in jeder Publikation neu bewiesen werden.<\/p>\n<p>Mit dem <em>Theoretical Turn<\/em> der 1740er und 1750er Jahre wird die Meinung des Einzelnen zum grundlegenden Problem der Moderne \u2013 zu einem Problem au\u00dferhalb der Wissenschaften, nicht in einer Abwertung, sondern in einer produktiven Aufwertung der Meinung im neuen politischen Prozess. Man bef\u00fcrchtet in den Wissenschaften an dieser Stelle kurz eine neue Scholastik, doch siegt stattdessen die bis heute andauernde Theorie- und Methodendebatte. Die \u201eeklektischer Philosophie\u201c der erlesenen Meinungen endet nach 1730 in den Wissenschaften. Es beginnt ein Wettstreit um die Perspektive, die theoretisch unabweisbar ist, und der f\u00fchrt zu keiner neuen Scholastik, schon weil es gar keine Institutionen mehr gibt, die Theoriegeb\u00e4ude global durchsetzen k\u00f6nnten \u2013 er f\u00fchrt zu einer weit fundamentaleren Kritik der Erkenntnispr\u00e4missen und zu einer Wissenschaftsgeschichte, die von nun an nach Paradigmenwechseln sucht.<\/p>\n<h2>8| Wie aber zeichnen sich diese Entwicklungssch\u00fcbe ab?<\/h2>\n<p>Ich versuchte mit den bisherigen Darlegungen, das Journal erstens zu integrieren: Es kommt als Probleml\u00f6sung auf einen Markt, auf dem Dinge immer un\u00fcberschaubarer wurden, und es machte die Dinge dabei immer nur kurz \u00fcberschaubarer.<\/p>\n<p>Das Journal greift in Netzwerke ein. Das gedruckte Buch schuf die egalit\u00e4re Respublica Literaria als neues Netzwerk. Briefverkehr, Messkatalog und Akademien schufen komplement\u00e4re Netzstrukturen: Der Briefverkehr eine un\u00fcberschaubare fl\u00e4chige bedeutender Akteure und ihrer Bewunderer und Kollegen. Der Messkatalog setzte eine ganz neue zentrale Informationsverbreitung dagegen \u2013 ein Katalog informiert alle seine Leser gleich. Die Akademie hierarchisierte und zentralisierte Korrespondenznetzwerke und machte sie international ansprechbar. Journale b\u00fcndeln auf der einen Seite Autoren, die Beitr\u00e4ge liefern; sie antworten auf B\u00fccher, die international oder national greifbar werden, und sie interagieren dabei mit deren Autoren. Sie erreichen \u00fcber Verleger und Buchhandlungen auf der anderen Seite Leser vom Zentrum des Blattes aus, die ihrerseits nun \u00fcber die Feedback-Kan\u00e4le Beitr\u00e4ge einsenden k\u00f6nnen. Das Journal wird so zum interagierenden Beobachter eines Geschehens, das es selbst zunehmend beeinflusst.<\/p>\n<p>Man w\u00fcnschte sich Visualisierungen,<\/p>\n<ul>\n<li>die zeigen, wie die von Leibniz 1668\/69 bei seinem Journalvorschlag beklagte Un\u00fcbersichtlichkeit aussah und sich entwickelte.<\/li>\n<li>die zeigten, wie Journale den Markt wahrnahmen \u2013 als europ\u00e4ischen, als nationalen? \u2013 wie frei sie waren, Rezensionsobjekte auszuw\u00e4hlen und wo sie dagegen Trends verfolgten? \u2013 welche Gef\u00fcge sich dabei ergaben?<\/li>\n<li>die erfassen, was Metaebenen (wie etwa die \u201egelehrten Zeitungen\u201c) bewirkten.<\/li>\n<li>die Themenverschiebungen sichtbar machen.<\/li>\n<li>die den Aufbau nationaler Debatten nachvollziehbar machen.<\/li>\n<li>die sichtbar machen, wie der sekund\u00e4re Diskurs auf das Beobachtete einwirkte: Beeinflussen die Journale den Markt oder reagieren sie nur auf dessen Verschiebungen? Kann man R\u00fcckkoppelungen sichtbar machen?<\/li>\n<\/ul>\n<p><figure id=\"attachment_275\" aria-describedby=\"caption-attachment-275\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1682-1773-Acta-Eruditorum-Themenverteilung-300x178.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"178\" class=\"size-medium wp-image-275\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1682-1773-Acta-Eruditorum-Themenverteilung-300x178.png 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1682-1773-Acta-Eruditorum-Themenverteilung-768x456.png 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1682-1773-Acta-Eruditorum-Themenverteilung.png 972w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-275\" class=\"wp-caption-text\">Spartenentwicklung der lateinischen Leipziger Acta Eruditorum 1682 bis 1773<\/figcaption><\/figure>&lt;51&gt; Den einfachen Auswertungen und Visualisierungen entziehen sich diese Entwicklungen erst einmal. Wenige Journale laufen quer durch die Entwicklungssch\u00fcbe hindurch wie die lateinischen <em>Acta Eruditorum. <\/em>In den 1680er Jahren sind sie das Flaggschiff unter den deutschen Rezensionsorganen \u2013 Anfang der 1770er Jahre sind sie nach wie vor auf dem Markt, nun ein immer noch dem Latein verpflichtetes Relikt. Kontinuierlich bieten ihre Inhaltsverzeichnisse dieselbe Gliederung der Rezensionen. Es zeichnet sich in ihnen weder der Aufstieg der modernen Literaturdebatte ab, noch die Zersplitterung der Wissenschaften in Einzeldisziplinen, noch der Aufstieg der Naturwissenschaften.<\/p>\n<p>&lt;52&gt; Die Lektion, die sich aus diesem Beispiel ziehen l\u00e4sst, ist f\u00fcr die Forschung grunds\u00e4tzlich misslich: Das einzelne Journal zeigt selten \u00fcber seine Laufzeit die Trends auf (die Aussage gilt nicht so hart f\u00fcr die &#8220;gelehrten Zeitungen&#8221;, die als Metajournale eher Marktentwicklungen protokollieren). Es bewegt sich eher unreformierbar in seine Krise hinein (in den lateinischen <em>Acta Eruditorum<\/em> in den 1720er und 1730er Jahren), in der es am Ende zumeist auf sein mutma\u00dfliches Erfolgsgeheimnis setzt, auf ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem es zwar im gl\u00fccklichen Fall einen zweiten Aufstieg erleben kann, dann aber nur umso hoffnungsloser vom Markt \u00fcberrollt wird. Die hieraus zu ziehende Lehre ist, dass man den gesamten Journalmarkt betrachten muss, um auf ihm das Aufkommen neuer Journale und Trends zu beobachten.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_284\" aria-describedby=\"caption-attachment-284\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1770-Allgemeine-deutsche-Bibliothek-Titelverteilung-300x245.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"245\" class=\"size-medium wp-image-284\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1770-Allgemeine-deutsche-Bibliothek-Titelverteilung-300x245.png 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1770-Allgemeine-deutsche-Bibliothek-Titelverteilung.png 745w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-284\" class=\"wp-caption-text\">Spartenteilung der Allgemeinen deutschen Bibliothek 1770<\/figcaption><\/figure>&lt;53&gt; Die <em>Allgemeine deutsche Bibliothek<\/em> gliedert in den 1770er Jahren wesentlich nuancierter als lateinischen <em>Acta<\/em>. Der Aufstieg der Literatur im heutigen Wortsinn bahnt sich hier ganz anders an, vollzogen ist er nicht. Noch sind \u201esch\u00f6ne Wissenschaften\u201c das Sammelbecken f\u00fcr den neuen prim\u00e4ren und den neuen Sekund\u00e4ren Diskurs \u00fcber die Dichtung und noch liegt es fern, den Roman in dasselbe Feld zu ziehen, er ist hier noch immer ein leidiges Anh\u00e4ngsel der Historie &#8211; doch sind hier beide Felder im breiten Rezensionsspektrum angekommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1759-Lessing-Briefe-die-neueste-Litteratur-betreffend-200x300.png\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-304\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1759-Lessing-Briefe-die-neueste-Litteratur-betreffend-200x300.png 200w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1759-Lessing-Briefe-die-neueste-Litteratur-betreffend.png 566w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>&lt;54&gt; Der Schritt in die zuk\u00fcnftige Literaturdebatte ist zu diesem Zeitpunkt von anderen Journalen wie Gotthold Ephraim Lessing Lessings und Friedrich Nicolais <em>Briefen die neueste Litteratur betreffend<\/em> (1759\u20131765) l\u00e4ngst vollzogen. Ihm folgten Nachahmer, die zusammen die alte Literaturdebatte verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>&lt;55&gt; Wenn es um den Wandel geht, dann ist die Begriffsgeschichte ein eher schlechter Indikator. Der Wandel wird weit eher vom Markt vollzogen, im breiten Konsum erlebt, bevor dann alte Begriffe ausgeh\u00f6hlt erscheinen und eine neue Wortverwendung zum Debattengegenstand wird.<\/p>\n<p>&lt;56&gt; Reform ist ein zentrales Ziel vieler Entwicklungen. Die Wissenschaften sind von Reformdebatten durchzogen; der Journalismus strebt Reformen der Professionalisierung an; die Literaturdebatte ist eine einzige gro\u00dfe Debatte um die Reform des Romans, des Dramas und des Gedichts. Reformen finden jedoch, soweit ersichtlich, erst dann statt, wenn sich \u201eproduktive Probleml\u00f6sungen\u201c abzeichnen. In der Regel werden Probleme kultiviert, sobald sie eine gesteigerte Produktivit\u00e4t legitimieren. Das ist vielleicht die Regel von Entwicklungen auf dem Weg in die moderne produktive Industriegesellschaft, die nicht verbietet, sondern auf die laufende produktive Reform setzt. Mit ihre beginnt die \u00c4ra der Win\/Win-Gef\u00fcge.<\/p>\n<p>&lt;47&gt; Die skizzierte Reform einer Division von Journalismus, Wissenschaften und Literaturkritik vollzieht sich erst, als klarer wird, in welchem Arrangement es in ihr nur Gewinner geben wird:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Literaturdebatte verbreitet sich massiv, als sie prim\u00e4r f\u00fcr Romane, Dramen und Gedichte zust\u00e4ndig wird, sie gewinnt nationale Lehrst\u00fchle, ein Massenpublikum, Bedeutung in den Bildungssystemen \u2013 jeder muss am Ende \u00fcber Literatur im neuen Sinn sprechen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Der Journalismus gewinnt Professionalit\u00e4t und greift auf neue Medien aus, als er sich von der Literaturdebatte wie von den Wissenschaften trennt.<\/li>\n<li>Die Wissenschaften gewinnen im selben Prozess an allen Fronten: Sie ersparen sich in Zukunft die breite Debatte. Sie \u00fcberwinden den unfruchtbaren Meinungsstreit der Kritiker. Die heutige Aufteilung in Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften kann erst mit dem Austritt aus der allgemeinen Literaturdebatte beginnen. F\u00fcr die Wissenschaften ist es am Anfang ein Bedeutungsverlust, nicht mehr breiter diskutiert zu werden, dann aber ein Bedeutungsgewinn: Sie werden alle nur denkbaren gesellschaftsweit gef\u00fchrten Debatten mit ihren neuen Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften betreuen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>9| Jenseits der Begriffsgeschichte<\/h2>\n<p>&lt;57&gt; Die vorangegangenen \u00dcberlegungen drangen in ein Gel\u00e4nde ein, das bislang von der Ideen- und Begriffsgeschichte dominiert wird.<\/p>\n<p>Wir stehen vor der Chance, mit gr\u00f6\u00dferen Datenmengen weit genauer zu erfassen, was \u00fcberall dort geschieht, wo wenig sp\u00e4ter Debatten versuchen, in das Geschehen einzugreifen. Wir k\u00f6nnen mit Beobachtungen etwa von Rezensionen gegen\u00fcber dem rezensierten Markt erfassen, wie (Wechsel&ndash;)Wirkungsprozesse stattfanden.<\/p>\n<p>Wir werden mit der Visualisierung gr\u00f6\u00dferer Datenmengen vor allem in die Lage kommen, auf Dinge zu achten, auf die wir bislang \u2013 unter dem Einfluss bestehender Narrative \u2013 nicht achteten.<\/p>\n<p>Konkrete Fragen f\u00fcr die fr\u00fche Neuzeit lassen sich an dieser Stelle konkretisieren:<\/p>\n<p><strong>(1.)       Wie ver\u00e4ndern sich die von Journalen gew\u00e4hlten Ordnungsmuster<\/strong><br \/>\n&lt;58&gt; Wir werden f\u00fcr die Beobachtung gr\u00f6\u00dferer Trends einheitliche Raster setzen m\u00fcssen, Raster, die es erlauben 100% der Beitr\u00e4ge aus Journalen zu klassifizieren. Wir sollten jedoch bei der Erstellung dieser Raster laufend fr\u00fchneuzeitliche Sortierungsoptionen in ihrem Wandel mit erfassen. Die Geschichte der Begriffsgef\u00fcge wird absehbar der Geschichte der Markttrends hinterherhinken, doch die genauere Beziehung sollte gerade ein Forschungsfeld sein.<\/p>\n<p><strong>(2.)      Wie ver\u00e4ndern sich Netzwerke und Beziehungsgef\u00fcge?<\/strong><br \/>\n&lt;59&gt; Das wird sich zum gro\u00dfe Teil nur in aufw\u00e4ndigen Recherchen ermitteln lassen: \u00dcber die Kontaktnetze der einzelnen Verleger sind wir in Einzelf\u00e4llen informiert. Gr\u00f6\u00dfere Datenauswertungen werden aufzeigen, wo Journalbeitr\u00e4ge rezipiert wurden.<\/p>\n<p>Auch die Kontaktnetze der Herausgeber zu Autoren, die Beitr\u00e4ge, vornehmlich Rezensionen schrieben \u2013 entziehen sich auf der breiten Fl\u00e4che der einfachen Recherche.<\/p>\n<p>Interessant wird die Frage nach Rezensionskartellen sein. Hier werden massive Datenauswertungen das klarere Licht werfen. Immer wieder hielt man Verlagen vor, dass sie \u201ehauseigene\u201c Journale als billige Werbeplattformen benutzten. Es sollte sich vergleichsweise leicht ermessen lassen, in welchem Umfang einzelne Verlage tats\u00e4chlich die hauseigene Produktion in \u201eihren\u201c Journalen bevorzugt rezensiert erhielten. Nicht minder sollte sich hier abzeichnen, ob Journale mit bestimmten Verlagen privilegierte Beziehungen unterhielten, und inwiefern Autoren darauf bauen konnten, von \u201ebefreundeten\u201c Journalisten beworben zu werden.<\/p>\n<p>Journale selbst deckten sich regelm\u00e4\u00dfig wechselseitig \u2013 wir verf\u00fcgen hier \u00fcber einzelne Notizen aus Konfliktf\u00e4llen, in denen ein Journal dem anderen zur Hilfe kam, jedoch nicht \u00fcber die fl\u00e4chigere Erfassung der Rezeption befreundeter und verfeindeter Journale und des Informationsflusses, den diese Konstellationen erzeugten.<\/p>\n<p><strong>(3.)       Wie ver\u00e4ndert sich das gesamte Spektrum rezensierter Gegenst\u00e4nde aller Journale?<\/strong><br \/>\n&lt;60&gt; Hierzu werden Journale in der Breite auszuwerten sein \u2013 die Arbeit mit Zeitschnitten kann hier erste \u00dcberblicke schaffen.<\/p>\n<p><strong>(4.)      Wie l\u00e4sst sich die Herausbildung nationaler Rezensionsfelder abbilden?<\/strong><br \/>\n&lt;61&gt; Es kann sein, dass diese Frage ein komplexes Gegengewicht hat, wom\u00f6glich stabilisierten die internationalen Debatten in den wissenschaftlichen Fachzeitschriften die Tendenz der gr\u00f6\u00dferen popul\u00e4reren Debatten zum Aufbau einer nationalen Kultur. Das ist nicht paradox, es liegt nahe, beobachten wir doch den Trend zum Aufbau nationaler Kulturtraditionen im 19. Jahrhundert in einem internationalen Wettbewerb.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Frage ist, wie sich so etwas abbildet und welche Gef\u00fcge von Entwicklungen und ihren sekund\u00e4ren Debatten sich dabei untersuchen lassen.<\/p>\n<p><strong>(5.)      Spiegeln die Journale den Markt wider oder gestalten sie ihn um?<\/strong><br \/>\n&lt;62&gt; Das ist eine der schwierigsten Frage: Reagieren die Rezensionsorgane auf Markttrends oder ist wahr, was ihre Gegner wie ihre Propagandisten behaupten: dass diese Organe nicht beobachten, sondern ver\u00e4ndern, einwirken, reformieren, oft aber mehr verschlimmern. Hierzu werden Untersuchungen rezensierender Diskurse und der rezensierten Gegenstandsfelder notwendig.<\/p>\n<p><strong>(6.)      Wie flie\u00dft Information in Europa? Wie ver\u00e4ndern sich die Informationsfl\u00fcsse?<\/strong><br \/>\n&lt;63&gt; Die Projekte zur <em>Republic of Leters<\/em> und dem Informationsfluss in Briefen, die in Stanford und Oxford in den letzten Jahren vorankamen, richteten sich auf Briefe aus.<\/p>\n<p>Der Informationsfluss, dem man mit gro\u00dfen Datenmengen gerne nachsp\u00fcren w\u00fcrde, ist komplexer. Er kennt den Fluss von Publikationen auf der Landkarte \u2013 wann und wo ver\u00f6ffentlicht, wohin verkauft, wo gekauft, wo in Bibliotheken zug\u00e4nglich gemacht? Er kennt die Fu\u00dfnoten, die Rezeptionen aufzeigen. Er kennt die Briefkommunikation, die manchmal einer Publikation vorangeht, oft aber auch erste Urteile \u00fcber B\u00fccher weitertr\u00e4gt. Man wird die Arbeit von Journalen in diese Geflechte einbetten und einzelne Meldungen verfolgen wollen. Was ist der Informationsfluss einer Meldung, die Plausibilit\u00e4t gewinnt (selbst wenn sie falsch sein sollte), gegen\u00fcber der, die versandet? Wie funktioniert \u00d6ffentlichkeit als Transporteur und Aufbewahrungsort von Wissen? \u2013 eine Frage, der sich in einzelnen Recherchen nachgehen lassen wird, sobald Datenbanken zusammenwachsen.<\/p>\n<p><strong>(7.)       Wodurch definieren sich Impulsgeber?<\/strong><br \/>\n&lt;64&gt; Das ist eine Folgefrage der letzten \u2013 durch Autorit\u00e4t? \u2013 durch besondere Positionierung in Kontaktnetzen? \u2013 durch besondere Medienbeherrschung? Die Antworten werden komplex sein und der bisherigen Epochengeschichte mit ganz neue Optionen der Nuancierung entgegenstehen.<\/p>\n<p><strong>(8.)      Wie zeichnen sich Innovationswellen (etwa im Aufbau von neuen Journaltypen mit neuen Erscheinungsrhythmen ab)?<\/strong><br \/>\n&lt;65&gt; Wir k\u00f6nnen hier im Moment fast nur gest\u00fctzt auf lange gehegte Narrative antworten. Die empirische Validierung der Narrative wird in Zukunft m\u00f6glich werden \u2013 und da es sich in der Regel um historisch attraktive Narrative handelt, ist sie jetzt schon ein spannendes Desiderat.<\/p>\n<h2>10| To Do<\/h2>\n<p>&lt;66&gt; Es wird mit dem Aufbau der vielen Datenbanken, die derzeit entstehen, uns nach dem Gesagten nur bedingt gedient sein. Sie sind alle recht sch\u00f6n f\u00fcr sich, sie zeigen, was sie zeigen wollen, an spektakul\u00e4ren Einzelf\u00e4llen und Einzeluntersuchungen oder in ausgesuchten Bereichen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Aufgabe der n\u00e4chsten Jahre wird die Integration der Datenmengen sein. Es wird konkret darum gehen,<\/p>\n<ul>\n<li>die Informationen der Nationalkataloge zusammenziehen,<\/li>\n<li>die Journaldatenbanken mit ihnen korrelieren,<\/li>\n<li>f\u00fcr die Briefdatenbanken offen zu sein,<\/li>\n<li>f\u00fcr die biographischen Datenbanken offen zu sein,<\/li>\n<li>an die Benutzerintervention zu denken \u2013 mit Wikipediaprojekten zu konkurrieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der letzte Punkt ist essenziell. Unsere Forschungsprojekte sind bislang \u00fcberwiegend repr\u00e4sentativ. Wir wollen etwas zeigen. Sie sind zunehmend interaktiv. Der Benutzer soll sich bei uns aufhalten und recherchieren d\u00fcrfen. Wir lassen selten die Arbeit der Benutzer am eigenen Bestand zu. Wer in einem Bibliothekskatalog Fehler findet, kann der Bibliothek schreiben \u2013 er kann nicht den Fehler am Bildschirm korrigieren (und damit dem Datenanbieter und der Welt noch immer die Chance lassen, nachzusehen, ob das eine Korrektur ist). Bei zuk\u00fcnftigen Projekten werden Benutzer mit Forschungsanliegen sich an Datenbanken andocken und deren Informationsbest\u00e4nde modifizieren und vernetzen. Das setzt Vertrauen voraus und eine andere Kultur des Umgangs mit Information.<\/p>\n<p>Was den Journalmarkt anbetrifft, werden wir absehbar die Ideengeschichte auf empirische F\u00fc\u00dfe stellen und dabei neue Trends, neue Abnormalit\u00e4ten in den Daten ausmachen, die es zu erkl\u00e4ren gilt.<\/p>\n<hr>\n<h2>Links<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/adw-goe.de\/forschung\/forschungsprojekte-akademienprogramm\/gjz18\/\">Gelehrte Journale und Zeitungen als Netzwerke des Wissens im Zeitalter der Aufkl\u00e4rung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/ds.ub.uni-bielefeld.de\/viewer\/browse\/DC:zeitschriftenderaufklrung*;;\/-\/1\/SORT_TITLE\/-\/\">Zeitschriften der Aufkl\u00e4rung, UB Bielefeld<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Die Statistiken, Abbildungen und Grafiken und einige mehr zum Anklicken, Vergr\u00f6\u00dfern und Herunterladen<\/h2>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-333 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1500-1699-vd16-17-statistiken'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1500-1699-VD16-17-Statistiken-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-295\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-295'>\n\t\t\t\tDie deutsche Produktion an Buchtiteln 1500 bis 1699\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1600-1799-estc'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1600-1799-ESTC-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-298\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-298'>\n\t\t\t\tDie englische Produktion an Buchtiteln 1477 bis 1800, auff\u00e4llige Jahre und Trends\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/deutsche-und-englische-titel-statistik-1500-1699'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Deutsche-und-englische-Titel-Statistik-1500-1699-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-297\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-297'>\n\t\t\t\tDie Produktion an deutsche und englischen Buchtiteln \u00fcbereinandergelegt 1500-1699\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1477-1799-estc-titles-per-decade-statistics'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1477-1799-ESTC-titles-per-decade-statistics-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-294\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-294'>\n\t\t\t\tDie englische Produktion n Buchtiteln 1477 bis 1800 nach Provenienz untergliedert\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1564-65-messkataloge-frankfurt'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1564-65-Messkataloge-Frankfurt-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-296\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-296'>\n\t\t\t\tSpartenverteilung der deutschen Messkataloge 1564\/65\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1600-1799-estc-fiction'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1600-1799-estc-fiction-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-272\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-272'>\n\t\t\t\tDie Romanproduktion explodiert auf dem englischen Markt im 18. Jahrhundert. Tut sie dies im Gefolge der Rezensionspraxis?\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1670-1709-english-term-catalogues-statistics'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1670-1709-English-Term-Catalogues-statistics-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-273\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-273'>\n\t\t\t\tThemenverteilung der englischen Messkataloge des 17. Jahrhunderts\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1671-simon-paulli-historia-literaria-sive-dispositio-librorum-omnium-facultatum-ac-artium'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1671-Simon-Paulli-Historia-Literaria-sive-dispositio-librorum-omnium-Facultatum-ac-artium-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-274\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-274'>\n\t\t\t\tSpartenverteilung eines Stra\u00dfburger Buchh\u00e4ndlers  1671\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1682-1773-acta-eruditorum-themenverteilung'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1682-1773-Acta-Eruditorum-Themenverteilung-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-275\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-275'>\n\t\t\t\tSpartenentwicklung der lateinischen Leipziger Acta Eruditorum 1682 bis 1773\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1700-book-production'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1700-Book-Production-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-276\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1700-Book-Production-150x150.png 150w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1700-Book-Production-300x300.png 300w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1700-Book-Production.png 762w\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-276'>\n\t\t\t\tLondons Buchproduktion 1700 nach den Term Catalogues \n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1710-1720-english-market-of-fiction'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-1720-English-market-of-fiction-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-277\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-277'>\n\t\t\t\tAnonymit\u00e4t und Psedonymit\u00e4t auf dem englischen Romanmarkt im fr\u00fchen 18. Jahrhundert\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1710-1720-german-market-of-fiction'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-1720-German-market-of-fiction-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-278\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-278'>\n\t\t\t\tAnonymit\u00e4t und Psedonymit\u00e4t auf dem deutschen Romanmarkt im fr\u00fchen 18. Jahrhundert\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1712-deutsche-acta-eruditorum-themenspektrum'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1712-Deutsche-Acta-Eruditorum-Themenspektrum-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-279\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-279'>\n\t\t\t\tThemenspektrum der deutschen Acta Eruditorum 1712\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1712-messkataloge'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1712-Messkataloge-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-280\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-280'>\n\t\t\t\tSpartenteilung der deutschen Messkataloge 1712\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1735-london-magazine-book-advertisment'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1735-London-Magazine-Book-Advertisment-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-281\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-281'>\n\t\t\t\tBuchwerbung des London Magazines in ihrer Spartenteilung 1735\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1747-gottingische-zeitungen-von-gelehrten-sachen-themenspektrum-gesamt'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1747-Goettingische-Zeitungen-von-gelehrten-Sachen-Themenspektrum-gesamt-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-282\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-282'>\n\t\t\t\tSpartenteilung der G\u00f6ttingischen Zeiungen von gelehrten Sachen 1747\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1755-london-magazine-book-advertisment'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1755-London-Magazine-Book-Advertisment-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-283\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-283'>\n\t\t\t\tBuchwerbung des London Magazine 1755\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1770-allgemeine-deutsche-bibliothek-titelverteilung'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" 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size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-285\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-285'>\n\t\t\t\tDie neue Spartenteilung der deutschen Messkataloge 1797\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1980-frenzel-daten-deutscher-dichtung-visualisiert'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1980-Frenzel-Daten-deutscher-Dichtung-visualisiert-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-286\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-286'>\n\t\t\t\tWerke, die in Frenzels Daten deutscher Dichtung eingeordnet werden, chronologisch\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/res-publica-literaria'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/res-publica-literaria-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-287\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-287'>\n\t\t\t\tDie Literaturdebatte der respublica literaria\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/literarisches_leben_2009-09-07'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" 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class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-289'>\n\t\t\t\tDie heute getrennten Bereiche des Journalismus, der Literaturdebatte und der Wissenschaften\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1665-1666-journal-de-scavans-reviews'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1665-1666-Journal-de-Scavans-Reviews-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-290\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-290'>\n\t\t\t\tDie Rezensionsausgriffe des Journal des S\u00e7avans in seinem ersten Jahr\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1710-12-memoirs-of-literature-rezensionen'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1710-12-Memoirs-of-Literature-Rezensionen-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-291\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-291'>\n\t\t\t\tDie Rezensionsausgriffe der Memoirs of Literature 1710-1712\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1712-deutsche-acta-eruditorum-rezensionen'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" 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100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-299'>\n\t\t\t\tWie Journale Schwarm-Verhalten erzeugen (hierzu eingehend die Vorrede der ersten Nummer) 1714\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1714-christian-gottfried-hoffmann-journale-nr-3'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.3-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-300\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-300'>\n\t\t\t\tDer wissenschaftliche Leser will betrogen sein, darum wird er betrogen von Leuten ohne eigene Wissenschaft\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1714-christian-gottfried-hoffmann-journale-nr-7'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1714-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.7-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-301\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-301'>\n\t\t\t\tJournalisten liefern die Wissenschaften dem Publikum auf dem dem Markt aus und machen sie dabei zum billigen Theater\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1715-christian-gottfried-hoffmann-journale-nr-10'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1715-Christian-Gottfried-Hoffmann-Journale-Nr.10-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-302\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-302'>\n\t\t\t\tJournalisten beschreiben nicht den Markt, sie machen Vorgaben, was Autoren zu schreiben haben, um rezensiert zu werden\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/athenian_mercury_feb_28_1693'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Athenian_Mercury_Feb_28_1693-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-303\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-303'>\n\t\t\t\tDas erste Journal, das sich aus Leserbriefen  und Antworten auf sie speist: John Duntons Athenian Mercury\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/1759-lessing-briefe-die-neueste-litteratur-betreffend'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1759-Lessing-Briefe-die-neueste-Litteratur-betreffend-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" 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Gundling Gundlingiana 1715\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/gothas-journale-um-1800'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Gothas-Journale-um-1800-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-353\" sizes=\"auto, 100vw\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-353'>\n\t\t\t\tGothas Journale um 1800 Bild Datei aus einer gr\u00f6\u00dferen Excel-Ansicht\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 13. auf den 14. Juli 2017 veranstaltete das Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung (ZfL), Berlin, gemeinsam mit dem Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenb\u00fcttel einen Workshop zum Thema Zeitschriften als Netzwerke. Perspektiven digitaler Erforschung und Darstellung (Veranstaltungsseite). Das Folgende ist die relativ direkte Ausformulierung meines dortigen Vortrags. Die Internetpr\u00e4sentation ist etwas ausf\u00fchrlicher im Blick auf Leser, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/archives\/333\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Warten auf Big Data &#8211; \u00dcberlegungen zur Auswertung fr\u00fchneuzeitlicher Journale&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":311,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[31,37,48,49,78,98,169,178,226,232,311,332],"ppma_author":[458],"class_list":["post-333","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meanwhile-elsewhere","tag-acta-eruditorum","tag-adrian-johns","tag-athenian-mercury","tag-aufrichtige-und-unpartheyische-gedancken-uber-die-wichtigsten-materien-welche-in-denen-journalen-extracten-und-monaths-schrifften-vorgetragen-werden","tag-christian-gottfried-hoffmann","tag-deutsche-acta-eruditorum","tag-gottfried-wilhelm-leibniz","tag-gundlingiana","tag-john-dunton","tag-journal-des-scavans","tag-nicolaus-hieronymus-gundling","tag-philosophical-transactions"],"authors":[{"term_id":458,"user_id":2,"is_guest":0,"slug":"olaf-simons","display_name":"Olaf Simons","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/7f4bc93b104af795a22b94e31e2ff94f30ddfc715979bbb35c8525b0cf8f5e03?s=96&d=mm&r=g","author_category":"","first_name":"Olaf","last_name":"Simons","user_url":"","job_title":"","description":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=333"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/311"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=333"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=333"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=333"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=333"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}