{"id":2835,"date":"2022-05-10T17:20:32","date_gmt":"2022-05-10T15:20:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.factgrid.de\/?p=2835"},"modified":"2022-05-10T17:20:32","modified_gmt":"2022-05-10T15:20:32","slug":"freimaurer-illuminaten-rosenkreuzer-jesuiten-alchemisten-mesmeristen-die-verborgene-bibliothek-des-letzten-illuminatischen-ordensprovinzials","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/archives\/2835","title":{"rendered":"Freimaurer, Illuminaten, Rosenkreuzer, Jesuiten, Alchemisten, Mesmeristen&#8230; &mdash; die verloren gegangene Bibliothek des letzten illuminatischen Ordensprovinzials"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q133\">Johann Joachim Christoph Bode<\/a> starb am 13. Dezember 1793, zwei Stunden vor Mitternacht \u2013 wohl an den Folgen der Zahn- und Kieferentz\u00fcndungen, die ihm seit Jahren mit Anf\u00e4llen von \u201eFlu\u00dffieber und Zahnschmerzen\u201d zu schaffen machten. Damit kam in Gang, was 1787\/88 entschieden worden war.<\/p>\n<p>Im Herbst 1787 hatte Bode von Weimar aus wieder einmal Gotha besucht. Seine Arbeit des letzten halben Jahrzehnts lag in Tr\u00fcmmern. Noch im Sommer hatte er sich in Paris bem\u00fcht, die Illuminaten aus der Schusslinie zu ziehen: \u201e<a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q174867\">Philadelphen<\/a>\u201c sollten sie in Zukunft, und damit endlich wieder geheim, hei\u00dfen. Seit 1785 war mit \u201eIlluminaten\u201c kein Geheimnis mehr zu machen. Bayerns Staat hatte alle Geheimorden und insbesondere diesen verboten. Bode hatte dessen ungeachtet als Provinzial \u201eIoniens\u201c, Obersachsens, weiterhin Mitglieder aufgenommen. Niemand konnte schlie\u00dflich wissen, ob es diese bayerischen Illuminaten wirklich gab. Doch die Publikationen Weishaupts hatten dann 1786 zunehmend alle interessanten Karten auf den Tisch gelegt. Die von Weishaupt publizierten Gradschriften offenbarten gerade das, was Mitgliedern auf dem Weg in das Geheimnis des Ordens erst entdeckt werden sollte. W\u00e4hrend Bode im Sommer 1787 in Paris war, hatte, vollendet verheerend, der bayerische Staat nachgelegt und nun Weishaupt mit seinen Mitstreitern durch zwei B\u00e4nde von Offenlegungen konfiszierter Akten pers\u00f6nlich diskreditiert.<\/p>\n<p>Der Orden war im Herbst 1787 tot. Zuviel war jetzt publiziert. F\u00fcr Bode war die Zeit gekommen, aus den eigenen Akten die Dinge richtigzustellen \u2013 so lautete wohl sein Vorschlag 1787 gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q978\">Ernst II., dem Gothaer Herzog<\/a>. Dieser, in der Hierarchie als \u201edeutscher National\u201c eine Stufe \u00fcber ihm, verbat jede weitere Publikation. Der Orden hatte seinen Mitgliedern Diskretion abverlangt und war diese ihnen im Gegenzug schuldig. Im M\u00e4rz 1788 machte Ernst II. auf Besuch in Weimar die Sache mit Bode perfekt: Der Regent w\u00fcrde dem Provinzial das gesamte illuminatische Archiv f\u00fcr 1500 Reichsthaler abkaufen. Die Transaktion w\u00fcrde nach Bodes Tode stattfinden und ihm eine Geldsumme bescheren, \u00fcber die er jetzt schon testamentarisch verf\u00fcgen konnte. Bode notierte mit Zerknirschung Ende M\u00e4rz im Tagebuch:<\/p>\n<blockquote><p>29 u 30. Daran gearbeitet meine Briefe, und auch die Ordenspapiere in eine ertr\u00e4gliche Ordnung zu bringen. Wolle nur der Himmel, da\u00df diese Arbeit nicht dadurch vergebens gemacht werde, da\u00df ihr k\u00fcnftiger Besitzer der Herzog von Gotha, solche dem Publikum vorenth\u00e4lt.  <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/D-Q8904#M.C3.A4rz_1788\">[full transcript]<\/a> <\/p><\/blockquote>\n<p>Genau darum ging es Ernst: diese Papiere dauerhaft der Nachwelt zu entziehen, wenn auch nicht schon zu vernichten.<\/p>\n<p>Am 14. Dezember 1793 \u00fcbermittelte <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q1271\">Christian Gottlob von Voigt<\/a> die Nachricht von Bodes Tod nach Gotha. Als Nachlassverwalter \u00fcbernahm er die Inventarisierung des Bestandes und erfasste dabei nicht nur Freimaurer- und Illuminatenakten, sondern auch Bodes einschl\u00e4gige Bibliothek.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Ueber-die-alten-und-neuen-Mysterien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Ueber-die-alten-und-neuen-Mysterien.jpg\" alt=\"\" width=\"882\" height=\"1543\" class=\"alignright size-full wp-image-2852\" srcset=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Ueber-die-alten-und-neuen-Mysterien.jpg 882w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Ueber-die-alten-und-neuen-Mysterien-171x300.jpg 171w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Ueber-die-alten-und-neuen-Mysterien-585x1024.jpg 585w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Ueber-die-alten-und-neuen-Mysterien-768x1344.jpg 768w, https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Ueber-die-alten-und-neuen-Mysterien-878x1536.jpg 878w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q400894\">Q400894<\/a><\/p>\n<h2>Bodes geheime Privatbibliothek<\/h2>\n<p>Aus Bodes freimaurerischen und illuminatischen Akten wurde im Zuge der Ereignisse, die am 14. Dezember 1793 in Gang kamen, die \u201eSchwedenkiste\u201c &#8211; jener Aktenbestand, der seit den 1990er Jahren Forscher auf sich zieht, weil hier weitgehend konsistent die ganze interne Dokumentation der letzten funktionierenden Ordensprovinz vorliegt. Die Geschichte der Akten ist verwickelt: Ernst II. hielt Wort; Bodes freimaurerischer Nachlass ging an im Gegenzug f\u00fcr die versprochenen 1500 Reichsthaler an den Herzog. <em>Zwei<\/em> Kisten wurden am 13. Januar 1794 von <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q914\">Heinrich August Ottokar Reichard<\/a> in Weimar \u00fcbernommen und nach Gotha \u00fcberf\u00fchrt, wo sie dann erst einmal auf ein Jahrzehnt verschlossen blieben. Erst mit dem Tod Ernst II., 1804, wurden diese Kisten ge\u00f6ffnet, nun, um aus Ernsts Besitz noch B\u00fccher hinzuzuf\u00fcgen: spektakul\u00e4re esoterische und alchemistische Handschriften, mit denen Ernst nicht mehr in Verbindung gebracht werden wollte. Nicht alles passte in Bodes zwei Kisten. Zielort der <em>drei<\/em> Kisten, die man wenig sp\u00e4ter auf die Reise schickte, war das Archiv der Schwedischen Gro\u00dfloge in Stockholm.<\/p>\n<p>Als 1880\/81 Gothas Loge diesen Bestand zur\u00fcckforderte, sollte nur <em>eine<\/em> Kiste zur\u00fcckkommen \u2013 die \u201eSchwedenkiste\u201c, in deren Zentrum seitdem die illuminatische Buchf\u00fchrung der Provinz Ioniens steht.<\/p>\n<p>Bodes und Ernsts Bibliotheken blieben in Stockholm. Diejenige Bodes l\u00e4sst sich dabei dank von Voigts Inventar weitaus pr\u00e4ziser vermessen als die Ernsts. Das Inventar, das wir <a href=\"http:\/\/media.factgrid.eu\/1794-01-13_Bodes_Bibliothek.pdf\">als einfache PDF mitliefern<\/a> liegt noch immer im Archiv der schwedischen Gro\u00dfloge in Stockholm. Die obskure Bibliothek Ernsts II. ist dagegen erst einmal ein R\u00e4tsel. Sie reiste unkatalogisiert und wurde dem Logenbesitz ohne weitere Kennzeichnung einverleibt, doch l\u00e4sst sich auch sie in Umrissen skizzieren; sie liegt heute vor allem unter den Signaturgruppen <em>Tyskland<\/em> und <em>Esoterica<\/em> in Stockholms Logenarchiv, wie wir seit einer Forschungsreise 2019 wissen.<\/p>\n<p>Im Folgenden geht es mir ausschlie\u00dflich um Bodes Bibliothek, die sich dank des Inventars und dank der Tatsache, dass hier vor allem Druckschriften zu notieren sind (keine unikalen Prachthandschriften), relativ leicht <em>in effige<\/em> nachbilden l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/User:Julia_M%C3%B6s\">Julia M\u00f6s<\/a> erfasste im Projekt der <a href=\"https:\/\/www.uni-erfurt.de\/forschungszentrum-gotha\/forschung\/arbeitsstellen-und-netzwerke\/arbeitsstellle-illuminatenforschung\">Arbeitsstelle Illuminatenforschung am Forschungszentrum Gotha<\/a> die Titel dieses Inventars und legte dabei einen ersten Abgleich mit in \u00f6ffentlichen Bibliotheken katalogisierten Ausgaben vor. Dieser liegt hiermit in Datenbankobjekten vor, die sich jetzt beliebig vernetzen lassen.<\/p>\n<p>Auf die bibliographischen Kerndaten in Form von bereits durchgef\u00fchrten Datenbankvernetzungen verzichteten wir zugunsten einer extensiven Katalogverortung, \u00fcber die man all diese Angaben theoretisch jederzeit in einer Datenbankabfrage erhalten k\u00f6nnte. Die Verlinkung mit PPN-Nummern sowie VD16, VD17 und VD18 Signaturen dient vor allem der Identifikation der Auflagen. Digitalisate k\u00f6nnen wir im selben Moment auf dem k\u00fcrzesten Weg mit den Datenbankobjekten verf\u00fcgbar machen, wenn auch nicht solche der Stockholmer Exemplare.<\/p>\n<p>Einige Worte zu Bodes Bibliothek.<\/p>\n<p>Von Voigts Liste ist in sechs Z\u00e4hlungen untergliedert; die ersten drei bilden dabei einen engeren Zusammenhang als freimaurerische Schriften:<\/p>\n<ol>\n<li>Freimaurer Schrifften [278 Eintr\u00e4ge]<\/li>\n<li>Freimaurer Reden [75 Eintr\u00e4ge]<\/li>\n<li>Freimaurer Gedichte [48 Eintr\u00e4ge]<\/li>\n<li>Rosenkreutzer [161 Eintr\u00e4ge]<\/li>\n<li>Jesuiten [68 Eintr\u00e4ge]<\/li>\n<li>Magnetismus [16 Eintr\u00e4ge]<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es ist unklar, ob Bode die Kategorien selbst so betitelte. Die Sektion \u201eRosenkreuzer\u201c umfasst Alchemie im breiten Spektrum. Unter den Jesuitica findet sich vor allem Religion, die aus einer lutherisch orthodoxen Grundposition gef\u00e4hrlich anmutet; die Herrenhuter fallen dabei mitten unter die Jesuiten. Bei den Schriften zum Magnetismus geht es nat\u00fcrlich nicht um klassische Physik, sondern um die aktuellen Theorien zum \u201eanimalischen Magnetismus\u201c, um Theorien zum \u201emagnetischen Fluidum\u201c, um spektakul\u00e4re Heilungen, in denen Mesmeristen, \u201eSomnambule\u201c und Patientinnen im Zentrum stehen. Unsere Version notiert zwar die Nummern mit den Rubriken, z\u00e4hlt jedoch daneben unabh\u00e4ngig von 1 bis 763 \u2013 eine Z\u00e4hlung, die Einzelb\u00e4nden eigenen Rang gibt, wo Bode mit Kleinbuchstaben untergliederte (seine originale Z\u00e4hlung ist jedoch als Inventar-Nummer laufend mitgegeben).<\/p>\n<p>Die folgende Suche gibt die Liste von Voigts in ihrer Organisation wieder und n\u00fctzt bei allem Weiteren als Basissuche:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/2g76a3db\">Datenbankversion der Liste von Voigts in ihrer origin\u00e4ren Sortierung<\/a>.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/media.factgrid.eu\/1794-01-13_Bodes_Bibliothek.pdf\">PDF-Datei des originalen Inventars der Bode&#8217;schen freimaurerischen Bibliothek<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle komplexeren Listen werden l\u00e4nger, wo immer es mehrere Eintr\u00e4ge auf eine einzelne Anfrage gibt \u2013 etwa mehrere zu nennende Digitalisate. Die Mehrfachaussagen sind jeweils in weiteren Zeilen zur selben Q-Nummer des Objektes notiert. Die nachfolgende Suche bietet die Auflagen, Publikationsorte, Publikationsdaten, ihre Nachweise in Katalogen, verf\u00fcgbare Digitalisate. Praktisch ist sie vor allem, um \u00fcber sie direkten Zugriff auf Digitalisate nehmen l\u00e4sst.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/2z38hb8y\">Bodes Bibliothek mit Angaben zu Digitalisaten, aktuellen Nachweisen etc.<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Suchen lassen sich (am rechten Rand das Men\u00fc dazu) editieren, so dass man Fragestellungen in immer weiteren Spalten erweitern kann. Die Datenbank erlaubt im selben Moment Suchen, die \u00fcber die g\u00e4ngigen hinausgehen. <\/p>\n<p>Bode \u00fcbersetzte beruflich, er reiste zwei mal nach Paris in freimaurerischer Mission, seine Bibliothek erweist sich als entsprechend international aufgestellt: <\/p>\n<p><iframe style=\"width: 80vw; height: 50vh; border: none;\" src=\"https:\/\/database.factgrid.de\/query\/embed.html#%23defaultView%3ABarChart%0ASELECT%20%3FLanguageLabel%20%28count%28distinct%28%3FA%29%29%20as%20%3Fcount%29%20WHERE%20%7B%0A%20%20%0A%20%20SELECT%20%3FA%20%3FALabel%20%3FADescription%20%3FLanguage%20%3FLanguageLabel%20WHERE%20%7B%0A%20%20%20%20SERVICE%20wikibase%3Alabel%20%7B%20bd%3AserviceParam%20wikibase%3Alanguage%20%22de%22.%20%7D%0A%20%20%20%20%3FA%20wdt%3AP136%20wd%3AQ400628.%0A%20%20%20%20%3FA%20wdt%3AP18%20%3FLanguage.%20%0A%7D%0A%20%20%0A%20%20%7D%20group%20by%20%3FLanguageLabel\" referrerpolicy=\"origin\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups\" ><\/iframe><\/p>\n<p>Interessantester ist die chronologische Distribution der Bibliothek. Sie macht sichtbar, was bereits die Erfahrung beim Durchbl\u00e4ttern des Inventars ist: Bode kaufte vor allem aktuelle B\u00fccher. Den Spitzenwert nimmt dabei das Jahr 1787 ein. Der letzte Titel stammt aus dem Jahr seines Todes, 1793. Hier der Bestand jahrzehntweise nach Publikationsjahren und nach Bodes Rubriken aufgeschl\u00fcsselt:<\/p>\n<p><iframe style=\"width: 80vw; height: 60vh; border: none;\" src=\"https:\/\/database.factgrid.de\/query\/embed.html#%23defaultView%3ABarChart%0ASELECT%20%3Fitem%20%3Faspects%20%3Fdecade%20%20%28COUNT%28%3Fitem%29%20as%20%3Fproduction%29%20%3FaspectsLabel%0AWITH%0A%7B%0A%20%20%20%20SELECT%20%3Fitem%20%3Fdecade%20%3Faspects%0A%20%20%20%20WHERE%0A%20%20%20%20%7B%0A%20%20%3Fitem%20wdt%3AP136%20wd%3AQ400628.%0A%20%20%3Fitem%20p%3AP136%20%3Fstatement.%0A%20%20%20%20%3Fstatement%20ps%3AP136%20%3FHolding_institution%3B%0A%20%20%20%20%20%20pq%3AP422%20%3Faspects.%0A%20%20%0A%20%20%3Fitem%20wdt%3AP222%20%3Fdate.%0A%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20BIND%28YEAR%28%3Fdate%29%20AS%20%3Fyear%29%0A%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20BIND%28STR%28xsd%3Ainteger%28%3Fyear%2F10%29%2a10%29%20as%20%3Fdecade%29%0A%20%20%20%20%7D%0A%20%20%20%20%20%20%20%20%20GROUP%20BY%20%20%3Fitem%20%3Fdecade%20%3Faspects%0A%7D%20AS%20%25results%0AWHERE%0A%7B%0A%20%20%20%20INCLUDE%20%25results.%0A%20%20%20%20%20%20%3Fitem%20p%3AP136%20_%3Ab7.%0A%20%20%20%20_%3Ab7%20ps%3AP136%20%3FHolding_institution%3B%0A%20%20%20%20%20%20pq%3AP422%20%3Faspects.%0A%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%0A%20%20%20%20SERVICE%20wikibase%3Alabel%20%7B%20bd%3AserviceParam%20wikibase%3Alanguage%20%22de%22.%20%7D%0A%7D%0AGROUP%20BY%20%3Fdecade%20%3Faspects%20%3FaspectsLabel%20%3Fitem\" referrerpolicy=\"origin\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups\" ><\/iframe><\/p>\n<p>Alte Titel finden sich besonders im Feld der Rosenkreuzerischen Schriften \u2013 ein Indiz daf\u00fcr, dass Bode hier weit \u00fcber die Feindbeobachtung hinausging. Alchemie besch\u00e4ftigte ihn offensichtlich l\u00e4ngst als Curiosum mit dem Interesse, Obskures der letzten Jahrhunderte aufzutreiben. Goethes <em>Faust<\/em> steigt in diese \u00c4ra hinab. Kostbarer und weitaus auff\u00e4lliger sind in diesem esoterisch-alchemistischen Feld indes die Titel, die in Stockholm Ernst II. zuzuordnen sein d\u00fcrften: Prachthandschriften, die im 18. Jahrhundert in den jeweiligen Zirkeln als Geheimschriften \u2013 abseits des Druckmarktes \u2013 kursierten. Hier scheinen sich Ernst II. und Bode als Buchliebhaber begegnet zu sein. Aus der brieflichen Korrespondenz wird zuweilen ersichtlich, dass Bode gezielt auf Reisen sammelte und davon Ernst in Kenntnis setzte \u2013 vielleicht als Abnehmer besonders kostbarer St\u00fccke. Hier Bodes gesamte Bibliothek chronologisch geordnet, die undatierten Titel stehen dabei zu Anfang:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/2d9owy38\">Bodes Bibliothek nach Publikationsdaten<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>To do<\/h2>\n<p>Vieles ist f\u00fcr uns im Moment experimentelles Gel\u00e4nde. Auf den ersten Blick fehlt uns eine Suchschablone wie Bibliotheken sie verwenden. Vor allem fehlt uns die bibliothekarische Expertise, mit der \u00fcber die von uns erfassten PPN- und VD-Nummern unseren Items Metadaten aus Bibliotheksdatenbanken zuordnen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Unsere Liste macht vorerst vor allem den interaktiven Umgang mit der unbekannten Bibliothek m\u00f6glich. Es ist von hier aus vergleichsweise leicht, Vernetzungen in ganz beliebigen weiterf\u00fchrenden jeweiligen Forschungsinteressen vorzunehmen. Wer \u00fcber ein Konto verf\u00fcgt, kann mit dieser Liste, sich zwischen Digitalisaten fortbewegend, Verkn\u00fcpfungen vornehmen \u2013 andere Digitalisate notieren, Themen verschlagworten, Bibliotheksstandorte festhalten, Titel vernetzen, etwa mit Verlagen oder zeitgen\u00f6ssischen Rezensionen. Vor allem lassen sich mit dem eigenen Nutzerkonto <a href=\"http:\/\/media.factgrid.eu\/1794-01-13_Bodes_Bibliothek.pdf\">im Abgleich mit von Voigts Inventar<\/a> und den Best\u00e4nden im Stockholmer Archiv Korrekturen vornehmen \u2013 ohne den Umweg einer Email an \u201edie Herausgeber\u201c dieser Liste. Unser Interesse ist es hier vor allem, die Materialgrundlagen f\u00fcr Fachleute m\u00f6glichst direkt bearbeitbar zu machen.<\/p>\n<p>Spannend sind f\u00fcr uns dabei insbesondere technisch versierte Materialerschlie\u00dfungen, Materialanalysen, zu denen Fachleute mit Data-Mining und in komplexeren Visualisierungen in der Lage sind. <\/p>\n<p>Das konkretere Ziel dieser Arbeit bleibt die Erschlie\u00dfung der gesamten Materiallage, in der sich die Bibliothek Bodes verhedderte: Sie gelangte in das Gef\u00fcge der Materialien, die hier mitsamt den Illuminatenakten aus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung gerieten. Wir stehen hier vor einer spannende Bibliothek, der eines Marktinsiders, wenn man die Welt der freimaurerischen und konkurrierenden Verbindungen einmal als Markt erfassen will. Bode bewegte sich auf diesem Markt genussvoll und mit enormer Neugier bis an sein Lebensende. Wir begegnen hier zudem einer Bibliothek der pers\u00f6nlichen Beobachtungen &#8211; es finden sich unter den Autoren und unter den Betroffenen der B\u00fccher Menschen, mit denen Bode in Austausch stand. Eine interessante Durchdringung wird Bodes Kontaktnetz mit diesem Informationspool abgleichen, irgendwann in der Zukunft. Im Moment ist es schon interessant genug, dass wir auf diese Weise, dank der fortscheitenden Digitalisierung der fr\u00fchmodernen Buchproduktion nun vom Schreibtisch Bibliotheken wie diese rekonstruieren und durchst\u00f6bern k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr>\n<p>PS. Mein besonderer Dank an Bruno Belhoste f\u00fcr das Skript zur Profilierung der Bibliothek.<br \/>\nPS2. Die Liste wurde Mitte Oktober 2022 abgeglichen mit einer Liste Reinhard Markners, die dieser im Archiv der Schwedischen Gro\u00dfloge anfertigte, und die im Zuge des Abgleichs Stockholmer alte und neue Signaturen erhielt.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Joachim Christoph Bode starb am 13. Dezember 1793, zwei Stunden vor Mitternacht \u2013 wohl an den Folgen der Zahn- und Kieferentz\u00fcndungen, die ihm seit Jahren mit Anf\u00e4llen von \u201eFlu\u00dffieber und Zahnschmerzen\u201d zu schaffen machten. Damit kam in Gang, was 1787\/88 entschieden worden war. Im Herbst 1787 hatte Bode von Weimar aus wieder einmal Gotha &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/archives\/2835\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Freimaurer, Illuminaten, Rosenkreuzer, Jesuiten, Alchemisten, Mesmeristen&#8230; &mdash; die verloren gegangene Bibliothek des letzten illuminatischen Ordensprovinzials&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2851,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,8],"tags":[43,79,120,186,197,213,214,223,235,290,358,368],"ppma_author":[458],"class_list":["post-2835","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-early-modern","category-the-illuminati-files-online","tag-animalischer-magnetismus","tag-christian-gottlob-von-voigt","tag-ernst-ii-von-sachsen-gotha-altenburg","tag-heinrich-august-ottokar-reichard","tag-illuminaten","tag-jesuiten","tag-jesuitismus","tag-johann-joachim-christoph-bode","tag-julia-mos","tag-mesmerismus","tag-rosenkreuzer","tag-schwedenkiste"],"authors":[{"term_id":458,"user_id":2,"is_guest":0,"slug":"olaf-simons","display_name":"Olaf Simons","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/7f4bc93b104af795a22b94e31e2ff94f30ddfc715979bbb35c8525b0cf8f5e03?s=96&d=mm&r=g","author_category":"","first_name":"Olaf","last_name":"Simons","user_url":"","job_title":"","description":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2835"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2835\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2851"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2835"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=2835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}