{"id":1049,"date":"2018-07-31T20:25:19","date_gmt":"2018-07-31T18:25:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.factgrid.de\/?p=1049"},"modified":"2018-07-31T20:25:19","modified_gmt":"2018-07-31T18:25:19","slug":"die-illuminatenakten-online-einige-bemerkungen-zu-den-ersten-knapp-16-000-datensatzen-des-factgrid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/archives\/1049","title":{"rendered":"Die Illuminatenakten Online: Einige Bemerkungen zu den ersten knapp 16.000 Datens\u00e4tzen des FactGrid"},"content":{"rendered":"<p><small>in <a href=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/archives\/1057\">English<\/a><\/small><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Main_Page\">FactGrid<\/a> (noch immer ohne ein eigenst\u00e4ndiges Design) erhielt in den letzten Wochen seine ersten Projektdaten \u2013 Daten aus der Illuminatenforschung Halles und Gothas der letzten 20 Jahre, die hier kurz umrissen seien.<\/p>\n<p>Rudiment\u00e4r sind in diesem Stadium noch die Datens\u00e4tze zu den gut 2.000 gelisteten Personen. Etwa 1.350 von ihnen waren Illuminaten, die \u00fcbrigen zumeist Personen, die von ihnen in Briefen erw\u00e4hnt wurden. Wir schrecken im Moment vor der Eingabe der uns vorliegenden runderen Datens\u00e4tze zur\u00fcck, da sie weit interessanter in einer Kooperation mit der <a href=\"https:\/\/portal.dnb.de\/opac.htm;jsessionid=xAvFRC-32l7k7DOLcAr6TvFFGXk9sLXTwdnZHAof.prod-fly0?method=showOptions#top\">GND<\/a> und unterst\u00fctzt durch <a href=\"https:\/\/www.geschichte.uni-halle.de\/mitarbeiter\/moeller\/\">Katrin M\u00f6llers<\/a> Hallenser Projekt zu Erwerbsbiographien gesch\u00e4he. Verhandlungen in beide Richtungen laufen. Rudiment\u00e4r sind im selben Moment auch die gut 2,000 Titel Forschungsliteratur zum Illuminatenorden gelistet. Auch hier wurde uns klar, dass es interessant w\u00e4re, diese Arbeit von vornherein an bibliothekarische Katalogsysteme anzulehnen.<\/p>\n<p>Im Zentrum bietet das FactGrid indes nun die gut 9.000 Dokumente, die aktuell in Forschungskreisen mit dem Illuminatenorden und ihren Aktenkonstellationen in Verbindung gebracht werden: Dokumente aus den Nachl\u00e4ssen Adam Weishaupts, Johann Joachim Christoph Bodes, der Gothaer Loge \u201eZum Compa\u00df\u201c, Ernsts II. von Sachsen-Gotha-Altenburg, sowie der 1786 und 1787 geschehenen Ver\u00f6ffentlichungen aus Bayern.<\/p>\n<p>Etwa 3.000 dieser Dokumente sind sehr viel eingehender erfasst. Sie geben in ihrer obersten Schicht Einblick in Gothas Illuminatenforschung der letzten f\u00fcnf Jahre: Unter der Projektleitung Martin Mulsows untersuchten Markus Meumann und ich von Nachwuchsforschern unterst\u00fctzt \u201eIlluminatenaufs\u00e4tze\u201c, mit ihrem Schwerpunkt im 13. Band der \u201eSchwedenkiste\u201c. Unsere Arbeit griff schnell in die benachbarten B\u00e4nde aus. Christian Wirkner erschloss dabei in mehreren Sch\u00fcben die Sitzungsprotokolle sowie einzelne Str\u00e4nge der Betreuungskorrespondenz zwischen Mitgliedern und den \u201eUnbekannten Oberen\u201c \u2013 den Austausch von \u201eQuibus Licet\u201c und \u201eReprochen\u201c. Der Gothaer Schwerpunkt liegt mithin in den B\u00e4nden 11 bis 16 der \u201eSchwedenkiste\u201c.<\/p>\n<p>Das von uns aufgebaute \u201e<a href=\"http:\/\/The Gotha Illuminati Research Base\">Illuminatenwiki<\/a>\u201c, die <em>Gotha Illuminati Research Base<\/em>, wirkte unerwartet in die Forschung hinein. Mit ihm kamen die Datensammlungen Hermann Sch\u00fcttlers und Reinhard Markners ins Gehege, die bis in das Jahr 1998 zur\u00fcckgehen. Hermann Sch\u00fcttler publizierte 1991 das erste Kompendium zu den Mitgliedern des Ordens (und arbeitete diese bereits in die Gotha Illuminati Research Base ein: <a href=\"https:\/\/projekte.uni-erfurt.de\/illuminaten\/Mitglieder_des_Illuminatenordens\">Die Mitglieder des Illuminatenordens<\/a>). Gemeinsam mit Reinhard Markner erschloss er ab 2000 in gro\u00dfem Umfang die Ordenskorrespondenz. Eine Access Datenbank kam aus seiner Hand von hier aus in das Startangebot f\u00fcr das FactGrid \u2013 im FactGrid regul\u00e4r mit der qid <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q11305\">Item:Q11305<\/a> als Forschungsleistung ausgewiesen:<\/p>\n<p>Hermann Sch\u00fcttler zu diesem Datenbestand:<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>1. Was ist drin?<\/strong> Briefe vor allem aus a) dem Teilnachla\u00df von Adam Weishaupt im Staatsarchiv Hamburg, Depositum der \u201eVereinigten F\u00fcnf\u201c (Logen) Hamburg, sowie b) der \u201eSchwedenkiste\u201c, d.i. dem Nachla\u00df von Johann Joachim Christoph Bode, vermehrt um Papiere von Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg im Staatsarchiv Preu\u00dfischer Kulturbesitz Berlin, zuvor Staatsarchiv der DDR, Merseburg. Dazu vereinzelt Material mit eindeutig illuminatischem Bezug verschiedenster Provenienz.<br \/>\n<strong>2. Wer hat wieviel von wann bis wann daran gearbeitet?<\/strong> Die Daten wurden w\u00e4hrend der Laufzeit des Projektes im IZEA zwischen Anfang 2000 und Mitte 2005 von Hermann Sch\u00fcttler erfa\u00dft und danach von Reinhard Markner teilweise erg\u00e4nzt.<br \/>\n<strong>3. Welche Archive wurden besucht?<\/strong> Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg, Geheimes Staatsarchiv Preu\u00dfischer Kulturbesitz, Berlin, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, M\u00fcnchen (Briefe Weishaupt im Bestand \u201eKasten Schwarz\u201c), Pf\u00e4lzische Landesbibliothek, Speyer (Nachla\u00df Schwanckhardt).<br \/>\n<strong>4. Welche Ver\u00f6ffentlichungen kn\u00fcpfen sich daran?<\/strong> Die Titel, die sich jeweils unter der qid <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q11305\">Item:Q11305<\/a> zur gesamten hier erbrachten Forschungsleistung gelistet finden.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das FactGrid kann damit erstmals den Eisberg so halbwegs bemessen und im Projekt der <em><a href=\"https:\/\/factgrid-tools.geschichte.uni-halle.de\/blog\/archives\/category\/projects\/the-illuminati-files-online\">Illuminatenakten Online<\/a><\/em> in den Metadaten vorlegen. Zuk\u00fcnftige Projekte k\u00f6nnen von hier aus fortfahren. Mit ganz anderer Dynamik lie\u00dfe sich das gro\u00dfe hier angelegte Raster indes f\u00fcllen, wenn wir mit der Datenbank die Digitalisate aller Dokumente zug\u00e4nglich machen k\u00f6nnten. Das aber wird nur in einem Projekt denkbar werden, f\u00fcr das die Gro\u00dflogen und Archive, in deren Eigentum respektive Besitz sich die meisten der Akten heute befinden, noch zu gewinnen bleiben.<\/p>\n<h2>Der kreative Part der Arbeit kann damit beginnen<\/h2>\n<p>Gegen\u00fcber dem bisherigen Wiki ist das FactGrid an einer Stelle strukturell im Nachteil: Das Wiki macht Transkripte und Zusammenfassungen von Hunderten Dokumenten sowie detaillierte Informationen zu Sitzungen des Ordens zug\u00e4nglich (hier eine Musterseite zu einem Dokument &#8211; dem <a href=\"https:\/\/projekte.uni-erfurt.de\/illuminaten\/SK13-070\">Dokument 70 im 13. Band der Schwedenkiste<\/a> &#8211; im alten Wiki; hier die Datensammlung zum selben Dokument im FactGrid: <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q6641\">Item:Q6641<\/a>). Spannend w\u00e4re es, diese Texte und Informationen in der Datenbank selbst verf\u00fcgbar zu machen. Wir werden zwei Werkvertr\u00e4ge ausschreiben, einerseits um das alte Wiki zu entlasten, in dem wir Metadaten gro\u00dffl\u00e4chig und laufend aktuell aus der Datenbank einspielen. Ein komplement\u00e4rer Werkvertrag wird der Frage gelten, wie wir das konventionelle Wiki zur Vermeidung doppelter Arbeit im FactGrid (respektive in einer eigens zu gr\u00fcndenden FactGrid Ressource f\u00fcr Objektrepr\u00e4sentationen) verlustfrei aufgehen lassen k\u00f6nnten (siehe <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Werkvertr%C3%A4ge\">hier<\/a> die Vorformulierungen zu diesen beiden Werkvertr\u00e4gen).<\/p>\n<p>An einer anderen Stelle ist die Datenbank dem bisherige MediaWiki bei weitem \u00fcberlegen: Mit ihr ist die verf\u00fcgbare Materiallage im gro\u00dfen Raster erfasst, in dem sich weiterforschen l\u00e4sst &#8211; und die T\u00fcr ge\u00f6ffnet zum Data-Mining. Man wird nun daran gehen k\u00f6nnen, die gesamte Aktenproduktion kartographisch wie auf Zeitleisten zu erfassen. Man wird (insbesondere sobald die Personeninformationen zu den Berufen detaillierter eingegeben sind) durchleuchten k\u00f6nnen, wer mit wessen F\u00fcrsprachen welche Karrieren im Orden machte und dabei welche Netze des ordensinternen Austauschs generierte.<\/p>\n<p>Gefragt sind damit zum einen Gruppen, die mit eigener Forschung im Feld weitermachen und zum anderen Data-Miner, Datenvisualisierer &#8211; und wir sind nat\u00fcrlich gespannt, welche Informationen sie dort sichtbar machen werden, wo wir bislang vor allem Detailinformationen mit dem gr\u00f6beren Bauchgef\u00fchl der Beziehungen im Orden nachgehen. Der FactGrid Blog wird eine gute Adresse sein, um Daten-Analysen vorzulegen, die SPARQL-Begeisterte nun weit besser durchf\u00fchren k\u00f6nnen als die Forscher hinter dieser Datenressource.<\/p>\n<h2>Mehr<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Sample_queries\">Einige erste Musterabfragen und Visualisierungen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><small>In alphabetischer Reihenfolge: Lorenza Castella, Erik Liebscher, Reinhard Markner, Markus Meumann, Martin Mulsow, Hermann Sch\u00fcttler, Olaf Simons und Christian Wirkner<\/small> <\/p>\n<p><small>Featured Image: <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q4545\">Item:Q4545<\/a> letzte Seite und <a href=\"https:\/\/database.factgrid.de\/wiki\/Item:Q4546\">Item:Q4546<\/a> erste Seite: Die Mitgliederaufschl\u00fcsselungen der Minervalkirchen Frankfurt (Epidamnus, Fortsetzung von voriger Seite), Lycopolis (Erfurt), Heidelberg (Uttica) und Thesalonica (Mannheim).<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>in English Das FactGrid (noch immer ohne ein eigenst\u00e4ndiges Design) erhielt in den letzten Wochen seine ersten Projektdaten \u2013 Daten aus der Illuminatenforschung Halles und Gothas der letzten 20 Jahre, die hier kurz umrissen seien. 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